Unsere Welt nachhaltig verändern

Was aus den UN-Millenniumszielen geworden ist und wie es weitergeht.

Am 9. September 2000 hatten 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen mit der Millenniumserklärung einen Katalog verpflichtender Zielsetzungen für alle Mitgliedstaaten festgelegt – die sogenannten acht Millenniumsziele – die man bis 2015 erreichen wollte. „Die Weltgemeinschaft hat Grund zu feiern“, heißt es nun in einer Art „Rechenschafts“-Bericht, den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am 6. Juli in Oslo vorlegte.
Dem Ziel „Beseitigung extremer Armut“ ist man demnach in den vergangenen 25 Jahren erheblich näher gekommen. Die Zahlen konnten von 1,9 Milliarden Menschen auf 800 Millionen gedrückt werden. Auch beim Ziel „Kostenlose Schulbildung für alle“ ist man weitergekommen: Die Zahl der Kinder, die überhaupt keine Schule besuchen können, wurde von 100 Millionen auf 57 Millionen reduziert. Zugang zu sauberem Wasser haben statt 76 nun 91 Prozent der Weltbevölkerung. Auch die Kinder- und Müttersterblichkeit fielen deutlich, wenn auch nicht um die angestrebten Werte.
Dass man noch nicht am Ziel ist, darüber scheint sich die weltweite Staatengemeinschaft einig: Anfang August verständigten sich Diplomaten und Experten der 193 UN- Mitgliedsstaaten auf einen neuen, 30-seitigen Aktionsplan mit dem Titel „Unsere Welt verändern – Programm für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030“. Den Katalog sollen die Mitgliedsstaaten im Rahmen ihrer Generaldebatte Ende September in New York beschließen.
Der Aktionsplan umfasst 17 grundlegende Entwicklungsziele, die in 169 Unterpunkten ausgeführt werden. Die Ziele sind ehrgeizig und umfassend. Ganz vorne steht die Bekämpfung von Armut. Auch der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung soll weiter verbessert und die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen vorangebracht werden. Außerdem soll allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser garantiert werden. Jeder Mensch soll Zugang zu verlässlicher, umweltschonender Energie bekommen.
Ziel Nummer 13 ist der Kampf gegen den Klimawandel. „Unsere Generation könnte die erste sein, die die Armut ausrottet, ebenso wie wir die Letzten sein könnten, die die Chance haben, den Planeten zu retten“, wird in dem Aktionsplan hervorgehoben.
Die 17 Vereinbarungen sollen ab dem 1. Januar 2016 gelten. Ihre Umsetzung ist freiwillig und jeder Staat entscheidet selbst über die Maßnahmen zur Erreichung der Ziele. Allerdings sollen die Fortschritte regelmäßig überprüft werden.
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sprach nach den harten Verhandlungen von einer Agenda, „die einen historischen Wendepunkt für unsere Welt ankündigt“. Verschiedene Hilfsorganisationen begrüßten die „ehrgeizigen Ziele“, mahnten jedoch eine ausreichende Finanzierung an. Es war die Rede von 2,5 Billionen Dollar, die für die Umsetzung der Ziele nötig seien. Woher die kommen sollen, ist noch unklar. Man setzt dabei aber wohl auf die langfristige Mitarbeit der Privatwirtschaft.
Gabi Ballweg

 

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, September 2015)
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