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		<title>Umstürze</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 13:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nst</dc:creator>
				<category><![CDATA[editorial]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Politik soll sich ändern, die Gesellschaft, die Kirche - vieles ist verbesserungswürdig: Wir rufen nach Reformen. Möglichst rasch soll sich der Wandel vollziehen. Aber Veränderung braucht Zeit. Das merken wir, wenn wir auf uns selbst schauen. Wie schwer fällt es, gute Vorsätze zu halten, Kritik anzunehmen, unliebsame Eigenschaften abzulegen: Wandel ist oft nicht nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Politik soll sich ändern, die Gesellschaft, die Kirche </em><span id="more-3107"></span><em>- vieles ist verbesserungswürdig: Wir rufen nach Reformen. Möglichst rasch soll sich der Wandel vollziehen. Aber Veränderung braucht Zeit. Das merken wir, wenn wir auf uns selbst schauen. Wie schwer fällt es, gute Vorsätze zu halten, Kritik anzunehmen, unliebsame Eigenschaften abzulegen: Wandel ist oft nicht nur ein langer, sondern auch ein schmerzhafter Prozess.</em></p>
<p>Das gilt im persönlichen Bereich wie auch für politische Veränderungen. Deutlich wird das am arabischen Frühling: ein romantischer Begriff für einen Umbruch, der zahlreiche Opfer kostet! Wie geht es weiter mit der Revolution? Rund ein Jahr nach Beginn der Proteste in <a href="/de/index.php/2012/04/die-menschen-vom-tahrir-platz/" target="_blank">Ägypten</a> hat sich der Chefredakteur unserer italienischen Schwesterzeitschrift Citta Nuova in Kairo selbst ein Bild gemacht.</p>
<p>Im Kindergarten Rodaun in Wien stand ein <a href="http://neuestadt-online.de/de/index.php/2012/04/noch-schoner-als-der-plan/" target="_blank">Umbau </a>an: Verglichen mit den Umwälzungen im arabischen Raum nur eine Veränderung im Kleinen. Dennoch im Alltag der Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Träger der Einrichtung ein bedeutender Einschnitt! Wie die unterschiedlichen Bedürfnisse auf einen Nenner bringen? Weil jeder bereit war, seine Vorstellungen einzubringen, sie aber nicht gegen andere durchdrücken wollte, kam es zu einem Ergebnis, das die Beteiligten selbst überraschte und alle zufriedenstellte.</p>
<p>Wie wir mit jemandem sprechen, entscheidet sich in den ersten 30 Sekunden: Von seinem Erscheinungsbild, seiner Sprechweise, unserer Einstellung und unserem Urteil hängt es ab, ob wir uns ihm öffnen oder verschließen, erklärt die Münchner Kommunikationstrainerin <a href="/de/index.php/2012/04/kommunikationstrainerin-raslan-bessere-gespraeche/" target="_blank">Nadja Raslan</a>. Haben wir ehrliches Interesse am Gesprächspartner? Nehmen wir uns Zeit für ihn? Dann stehen die Chancen gut, dass wir einander verstehen. Die Wörter und Sätze sind dabei eher zweitrangig. Mindestens ebenso bedeutsam ist die nonverbale Kommunikation, die Haltung, der Blick, die Gesten.</p>
<p>Ob sich <a href="/de/index.php/2012/04/erfrischende-gesten/" target="_blank">Kardinal Woelki</a> dessen bewusst ist? Unser Eindruck jedenfalls ist, dass er mit erfrischenden Gesten einen neuen Wind nach Berlin gebracht hat. Von der Bereitschaft zuzuhören, auf Menschen zuzugehen und auch Andersdenkende zu verstehen können über das Hauptstadtbistum hinaus Signale ausgehen.</p>
<p>Wandel kann schmerzhaft sein. Das führen uns gerade die Kar- und Ostertage vor Augen: Jesus Christus leidet und stirbt. Eine unglaubliche Geste! Ohne viele Worte. In seinem Schmerz und Alleingelassensein ist er den Menschen nah, die innere Dunkelheiten durchmachen, schreibt Basil Hume (S. 21 in der gedruckten Ausgabe). Dann scheint mit seinem Tod alles aus zu sein. Doch unerwartet bricht neues Leben auf. Ganz anderes, vorher nicht gekanntes Leben. Das ist die Auferstehung, die Christen an Ostern feiern. Gibt es drastischeren Wandel?</p>
<p>Umkehr, Umgestaltung, Revolution, jeglicher Wandel verunsichert. Wir fürchten uns davor, und das dürfen wir auch. Aber wenn er die Chance bietet, neues Leben aufbrechen zu lassen, sollten wir uns ihm nicht verschließen.<br />
Ihr<br />
Clemens Behr</p>
<p>(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2012)<br />
Ihre Meinung ist uns wichtig, schreiben Sie uns! Anschrift und Email finden Sie unter <a title="Kontakt" href="/de/?page_id=50" target="_self">Kontakt</a>.<br />
© Alle Rechte bei Verlag Neue Stadt, München</p>
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		<title>Die Menschen vom Tahrir-Platz</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 10:10:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nst</dc:creator>
				<category><![CDATA[reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Religionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ägypten zwischen Aufbruch in eine neue Zukunft und Rückfall in alte Gleise: Ist 15 Monate nach dem Ausbruch der Revolution in Kairo die große Ernüchterung eingekehrt? Vor der Omar-Makram-Moschee gegenüber vom Ägyptischen Museum, unweit vom Tahrir-Platz, hat sich ein lärmender Menschenauflauf gebildet. Ein Mann von bescheidener Statur tritt aus der Masse hervor, eskortiert von einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ägypten zwischen Aufbruch in eine neue Zukunft und Rückfall in alte </em><span id="more-3103"></span><em>Gleise: Ist 15 Monate nach dem Ausbruch der Revolution in Kairo die große Ernüchterung eingekehrt?</em></p>
<p>
Vor der Omar-Makram-Moschee gegenüber vom Ägyptischen Museum, unweit vom Tahrir-Platz, hat sich ein lärmender Menschenauflauf gebildet. Ein Mann von bescheidener Statur tritt aus der Masse hervor, eskortiert von einem Dutzend Fanatiker. Es ist Amr Moussa, Ex-Generalsekretär der Arabischen Liga, jetzt Präsidentschaftskandidat für das neue Ägypten. Wie Moussa versuchen alle Kandidaten die Stimmen der Moslems zu gewinnen, nachdem die Parlamentswahlen so überraschend ausgegangen waren: Die Muslimbruderschaft, die sich als „moderate&#8221; islamische Partei versteht, kam wie erwartet auf fast die Hälfte der Sitze, aber die radikaleren Salafisten überschritten plötzlich die 25-Prozent-Marke, während die Liberalen nur etwa 15 Prozent erreichten. Der Vorwurf des Wahlbetrugs war zu hören, dem vor allem Analphabeten &#8211; die Hälfte der Bevölkerung &#8211; zum Opfer gefallen seien: Eine Niederlage für die Sehnsucht des Volkes nach Freiheit?
</p>
<p>
Auf dem Tahrir-Platz sind ständig Menschen seit jenem 25. Januar 2011, jener spontanen Demonstration gegen Präsident Mubarak und den Mangel an Freiheit. Sicher, die Begeisterung ist abgekühlt nach den schweren Zusammenstößen vor dem Maspero-Fernsehgebäude am 9. Oktober mit Toten und Hunderten von Verletzten. Insgesamt soll die Revolution bisher 800 Tote und 5000 Verletzte gekostet haben. Inzwischen konzentriert sich der Protest auf das allgegenwärtige Militär.
</p>
<p>
Zwei oder drei Gruppen brechen in Protestgeschrei aus, schwingen Fahnen und Bilder der Märtyrer vom Tahrir-Platz. Einen Verkäufer von T-Shirts mit Slogans der Revolution ängstigt das nicht; für ihn ist es Alltag: „Wir haben gelernt, uns zu äußern.&#8221; Und die Freiheit? „Wir werden sehen.&#8221;
</p>
<p>
An einer Ecke des Platzes ist ein Häuserblock von grünen Plastikplanen eingeschnürt. Daneben haben Behörden eine Mauer aus kubikmetergroßen Zementwürfeln errichtet, damit Protestierer nicht eindringen können. Was viele nicht wissen: Mit diesem Gebäude, das am 16. Dezember in Flammen aufging, hat sich auch das Symbol für das europäische Bemühen, Islam und Moderne zu versöhnen, in Rauch aufgelöst: Es war das Institut d&#8217; Egypte, 1798 von Napoleon gegründet, eine Bibliothek mit 200 000 Bänden von großem wissenschaftlichen Wert, ein Stück Landesgeschichte.
</p>
<p>
Ich bin auf der Suche nach den Menschen vom Tahrir-Platz, jenen der ersten Stunde, die ihr Leben riskierten. Ramy Boulos, 26, Medizintechniker, ist ein katholischer Kopte. Vor einigen Monaten hat er den Beruf aufgegeben, um sich den Menschenrechten zu widmen. Heute arbeitet er beim Egyptian Center for Women&#8217;s Rights. Am Vorabend des 25. Januars hatte er über Facebook seinen Frust über die fehlende Freiheit kundgetan. Dann am Tag selbst erfuhr er über sein Smartphone von den ersten Zwischenfällen. „Ich ahnte, dass etwas Großes geschah, und stürzte hin.&#8221; Die Gründe für den Aufbruch kann er nicht genau benennen. „Ich glaube, was uns zusammengeschweißt hat, war der Wunsch nach besseren Lebensbedingungen. Auf den Punkt gebracht, forderten die Parolen Frieden, Freiheit, soziale Gerechtigkeit.&#8221;
</p>
<p>
<em>Keiner kann sagen, wer eigentlich angefangen hat. „Aber wir sahen uns anders an als sonst, freier und zuversichtlicher.&#8221;</em>
</p>
<p>
Die sozialen Netzwerke? „Sind Hilfsmittel, um uns zu organisieren und zu kämpfen. Wir haben Videos veröffentlicht, Interviews, haben die Erklärungen der Militärs ihrem tatsächlichen Verhalten gegenübergestellt.&#8221;
</p>
<p>
Ahmad El-Bohy, 30, zwei Söhne, freiberuflicher Ingenieur, gehört der sufistischen Richtung des Islams an. Während Ramy durch einen Steinwurf leichte Verletzungen am Kopf abbekam, trafen Ahmad zwei der berüchtigten, von Soldaten abgefeuerten Gummigeschosse, durch die Hunderte blind wurden. Ahmad erwischten sie nur am rechten Arm und an der linken Schulter. „Wir Demonstranten wollten Polizei und Armee nicht angreifen, sondern nur Widerstand leisten. So wie sie uns zunächst nicht verprügeln, sondern nur den Platz von uns befreien wollten. Aber das schafften sie nicht. Die Menge hat neben Mut auch großes taktisches Geschick bewiesen, was die Ordnungskräfte erzürnte: Sie fühlten sich durch unsere List lächerlich gemacht.&#8221; Für Ahmad ist die Zukunft klar: „Wir haben sie mit unserem Blut bezahlt. Wir haben die Freiheit erlebt; jetzt geben wir sie nicht mehr ab. Auch nicht an jene, die uns die islamische Tradition auferlegen wollen.&#8221;
</p>
<p>
Nach 15 Monaten des Protests, der Wahlen und Prophezeiungen fragt man sich: Wohin läuft Ägypten? Unter den Christen, rund zehn Prozent der 80 Millionen Ägypter, herrscht große Unsicherheit. Belastend ist vor allem das Massaker von Maspero &#8211; koptische Proteste waren nach Vorwürfen, angeblich die Polizei angegriffen zu haben, blutig niedergeschlagen worden: Es offenbarte einen tiefen Riss in der ägyptischen Gesellschaft und die soziale Ausgrenzung vieler Christen.
</p>
<p>
<em>Der Comboni-Missionar Giuseppe Scattolin, einer der herausragendsten Sufismus-Experten, meint: „Der Brand des Institut d´ Égypte ist ein Sinnbild für diese Revolution: Gegründet, um den Islam zu öffnen, wird es nach zweihundert Jahren angezündet, während die Rückkehr zur Tradition triumphiert.</em>
</p>
<p>
Es sieht so aus, als lehne der Islam die Moderne ab und als könnten das nicht einmal die Protestler vom Tahrir-Platz verändern. Mir scheint, ihnen fehlt eine intellektuelle Klasse, die einen mit der Moderne versöhnten Islam propagiert oder zumindest einen, der in die richtige Richtung geht.&#8221;
</p>
<p>
Emilio Piatti, Italo-Belgier, ist ein weiterer Experte islamischer Kultur. Im Institut der Dominikaner für Orientstudien erzählt er seine Version der Geschichte: „Auf einmal sprachen alle über Politik. Aber erst mit den Demonstrationen vom 29. Juli kam die islamische Ideologie hinzu und man redete von der Scharia als Rechtsgrundlage. Später jedoch, im November, erinnerten die jungen Leute daran, dass die Revolution im Namen der Freiheit begonnen worden war. Die Machtaufteilung zwingt die Moslembruderschaft, einige Positionen zu überdenken, mit dem Militär Kompromisse einzugehen, die enormen wirtschaftlichen Probleme zu lösen und dabei auch den Westen zu beachten.&#8221;
</p>
<p>
Fünf oder sechs Jahre wird der Übergang dauern, schätzt Erzbischof Michael Fitzgerald, der vatikanische Nuntius für Ägypten. „Viel weniger Leute protestieren als zu Beginn. Es herrschen Ungeduld und ein gewisses Misstrauen, weil die Revolution nicht in die gewünschte Richtung lief. Wenn die Moslembruderschaft ihre Versprechen nicht hält und das Volk islamisieren will, wird es sie nicht wieder wählen.“ Fitzgerald beklagt eine weit verbreitete Armut, materiell und intellektuell. „Die Regierung Mubarak hat von Wachstum gesprochen, während die Wirtschaft zugrunde ging und die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wurde. Die Ägypter sind geduldig, aber ihre Geduld hat auch ein Ende! Die Regierung hatte die Erwartungen an gerechte Löhne oder leistungsfähige Schulen nicht erfüllt.“ Die Al-Azhar-Universität gilt als eine der angesehensten Schulen und als DIE religiöse Autorität des sunnitischen Islams. Hier werden die berühmten Al-Azhar-Fatwas erlassen, die islamischen Rechtsgutachten. Und hier spreche ich Mahmoud Azab, Sprachwissenschaftler und Berater von Universitätspräsident Großscheich Ahmad Al-Tayyeb: „Nicht nur über interreligiösen Dialog“, stellt er klar, „denn über den Glauben lässt sich nicht diskutieren. Über Kultur schon. Dialog heißt, die gemeinsamen Werte zu suchen.“
</p>
<p>
Er differenziert: „Ägypter sind afrikanisch, aus dem Nil-Tal, mediterran und asiatisch. All diese übereinander gelagerten Schichten haben sie behalten: Ohne das zu berücksichtigen, kann man sie nicht verstehen.“ Nach dem Chaos zu Beginn der Revolution sei mittlerweile klar, was die Protestler wollen. „Und man hofft, dass es nicht wieder rückwärts geht. Unsere Demokratie nimmt Gestalt an: Wir haben gewählt, haben ein Parlament, das sich öffnet, werden einen neuen Präsidenten haben. Die Moslembruderschaft hat zwar die Wahl gewonnen, aber der Tahrir-Platz wird ein heiliger Ort bleiben. Wir müssen erst mit dieser neuen Phase der Geschichte Erfahrungen sammeln; ein Urteil ist erst im Nachhinein möglich. Wir werden etwas von den Demokratien anderer Länder haben, aber unser Weg wird ein eigener sein, ägyptisch eben.“
</p>
<p>
<em>Was erwarten Sie von Europa? „Dass es versucht, uns und unsere Situation zu verstehen; dass es eine gewisse Arroganz ablegt; dass es mit uns Gespräche auf Augenhöhe führt; dass die Medien nicht oberflächlich sind.“</em>
</p>
<p>
Letzten Juni hatte Al Azhar eine „Erklärung zur Zukunft Ägyptens“ veröffentlicht als Grundlage für eine neue Verfassung: elf Grundsätze zur Errichtung eines modernen demokratischen Rechtsstaats, die auf dem allgemeinen, direkten Wahlrecht aufbauen und die Meinungsfreiheit, die Menschenrechte und die monotheistischen Religionen respektieren. Die nächsten Monate werden zeigen, ob diese Bestrebungen auch umgesetzt werden können. Ägypten hofft darauf und mit ihm die Welt.<br />
Michele Zanzucchi
</p>
<p>(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2012)<br />
Ihre Meinung ist uns wichtig, schreiben Sie uns! Anschrift und Email finden Sie unter <a title="Kontakt" href="/de/?page_id=50" target="_self">Kontakt</a>.<br />
© Alle Rechte bei Verlag Neue Stadt, München</p>
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		<title>Dass die Wände wackeln</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 10:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nst</dc:creator>
				<category><![CDATA[reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Historikerin Nicole Grochowina spürt eine doppelte Berufung: zu ihrer Communität und zum Netzwerk „Miteinander für Europa&#8221;. Beide lebt sie mit ganzem Einsatz. Bis vor sieben Jahren wusste sie nicht, dass es in der evangelischen Kirche so etwas wie Ordensgemeinschaften gibt, und heute gehört sie selbst zu einer: Schwester Nicole Grochowina hat ihre Vorbereitungszeit, das Noviziat, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Historikerin Nicole Grochowina spürt eine doppelte Berufung: zu ihrer Communität und zum Netzwerk „Miteinander für Europa&#8221;.</em><span id="more-3095"></span><em> Beide lebt sie mit ganzem Einsatz.</em></p>
<p>
Bis vor sieben Jahren wusste sie nicht, dass es in der evangelischen Kirche so etwas wie Ordensgemeinschaften gibt, und heute gehört sie selbst zu einer: Schwester Nicole Grochowina hat ihre Vorbereitungszeit, das Noviziat, im Juli 2011 mit der zeitlichen Profess abgeschlossen. Die Schwester der Christusbruderschaft Selbitz (Oberfranken) hat zum Sommersemester einen Lehrauftrag an der Universität Erlangen und &#8211; so die aufgeweckte Norddeutsche schmunzelnd &#8211; „meine Studenten werden damit leben müssen, dass ich in Tracht aufgaloppiere.&#8221;
</p>
<p>
Aber der Reihe nach: Nicole Gro- chowina ist in einer Arbeiterfamilie in einer Hamburger Hochhaussiedlung aufgewachsen. Außer ihrem Bruder ist sie die Einzige der Verwandtschaft, die studiert hat. Nach dem Abschluss blieb sie direkt an der Uni. „Ich liebe die Lehre und die Forschung&#8221;, kommt die habilitierte Historikerin ins Schwärmen. Zunächst in Hamburg und dann in Jena stürzte sie sich voll ins Universitätsleben: Promotion, Lehre, Selbstverwaltungsgremien, Habilitation, Gleichstellungsbeauftragte; zu tun gab es mehr als genug. In der nordelbischen Landeskirche groß geworden und „mit einem durch und durch lutherischen Herz&#8221; ausgestattet, spielte die junge Frau auch im Posaunenchor und einer Fußballmannschaft, machte eine Lektorenausbildung und hatte viele, viele Freunde.
</p>
<p>
Trotzdem war Sr. Nicole „nur zu 97 Prozent glücklich&#8221;. Und dann kam auch noch eine Krise: Mit dem Tod ihrer Oma und der Ohnmacht, die sie bei ihr im Krankenhaus erlebt hatte, war Gott plötzlich nicht mehr spürbar. Viereinhalb Jahre dauerte das, und am Ende stellte sie erschrocken fest, dass sie das Glaubensbekenntnis nicht mehr mitbeten konnte und Predigten nur noch zynisch kommentierte.
</p>
<p>
„Es musste was passieren!&#8221; Das war Nicole Grochowina klar. Auf der Homepage der EKD, der Evangelischen Kirche Deutschlands, fand sie einen Hinweis auf evangelische Kommunitäten, die ihr bis dahin nichts sagten. Kurz entschlossen schrieb sie einige an; die Selbitzer Schwestern antworteten mit einem handgeschriebenen Brief, dass sie leider keinen aufnehmen könnten, weil sie gerade im Umbau steckten. Trotzdem landete Nicole Grochowina dann in einem Außenkonvent der Christusbruderschaft und fand dort, was „ich selbst verloren hatte.&#8221;
</p>
<p>
Was dann bis zu ihrem Eintritt in Selbitz am 1. Dezember 2008 passierte, bezeichnet Sr. Nicole schlicht als „Umkehrung der Prioritäten&#8221;. Am Ende hat sie ihre Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung in neun Kisten verpackt; gerade als ihr Jenaer Professor ihr eine Vertretung an der Humboldt-Uni in Berlin organisiert hatte: „Da musste ich ihm sagen: Nein, das geht jetzt nicht!&#8221; Er hat es nicht verstanden, aber, so Sr. Nicole fast lässig, „das muss er ja auch nicht.&#8221;
</p>
<p>
<em>Die fröhliche Schwester ist sich bewusst, wie verwegen und wenig attraktiv ihr Lebensentwurf heute für viele erscheint.</em>
</p>
<p>
Inzwischen weiß sie auch von den Mühen des Gemeinschaftslebens. „Aber es hat auch unglaublich viel Schönes!&#8221; Und ein wenig Verrücktheit gehört für Sr. Nicole zu „den Einstellungsvoraussetzungen&#8221;. Außerdem ist sie überzeugt, dass es den gegenläufigen Lebensentwurf heute mehr denn je braucht: „Wir haben eine Seinsberufung! Einfach durch unser Dasein ein Zeichen der Realität Gottes setzen!&#8221; Nicht zuletzt deshalb will sie „Orte besetzen, wo wir als Ordensmenschen nicht mehr erwartet werden.&#8221; Und deshalb landet sie nun auch wieder an der Uni. Sr. Nicole kann ihre Begeisterung darüber, dass vieles von m dem, was sie hinter sich gelassen ; eBrh hat, jetzt wieder zurückkommt, at (2); nicht verhehlen: „Ich tu heute viele s: priv Dinge, die ich früher auch getan habe, aber jetzt stimmen die Prioritäten!&#8221;
</p>
<p>
Etwas von ihrem Wunsch, Zeugnis von Gott zu geben, hat Sr. Nicole auch bei <a href="http://miteinander-wie-sonst.org" target="_blank">„Miteinander für Europa&#8221;</a> wiedergefunden. Ihre Mitschwester Anna Maria aus der Wiesche ist schon seit den Anfängen 1999 mit im Trägerkreis des internationalen Netzwerkes. Für den Ökumenischen Kirchentag 2010 in München plante das deutsche Leitungskomitee eine Veranstaltung aus mehreren Bausteinen. Sr. Anna Maria brauchte dafür eine rechte Hand und dachte an Sr. Nicole. Die hatte bis dahin keine genaue Idee, worum es sich beim „Miteinander&#8221; handelte. Vom ersten Treffen mit der Projektgruppe war sie dann aber geradezu überwältigt: „Es waren Vertreter von etwa sieben ganz unterschiedlichen Gemeinschaften da, und ich war beeindruckt, wie konstruktiv und respektvoll man miteinander umging &#8211; im gemeinsamen Arbeiten, aber auch im gemeinsamen Hören. Das war großartig!&#8221;
</p>
<p>
Und dann landete die Veranstaltungsleitung bei Sr. Nicole; zusammen mit Günter Pfauth vom CVJM München ging sie das an: „Da telefonierte ich morgens mit den Fokolaren, mittags mit Schönstatt und dann mit jemand von einer evangelischen Gemeinschaft. Und mit allen war es ganz anders und ganz schön!&#8221;
</p>
<p>
<em>Das „riesengroße Miteinander&#8221;, das sie dabei erlebte und „das auch hinter den Kulissen und nicht nur im Rampenlicht trug&#8221;, prägte ein dreiviertel Jahr ihres Lebens.</em>
</p>
<p>
In ihrer Familie vereinen sich polnischer Katholizismus, ostpreußisches Protestantentum und von mütterlicher Seite auch eine jüdische Linie; und deshalb: „Eine Initiative, die europaweit so auf Versöhnung abzielt, dass scheinbar so gegensätzliche Gemeinschaften wie Schönstatt und die Freie Christliche Jugendgemeinschaft Lüdenscheid miteinander im Gespräch sind: Da passt du voll rein!&#8221; Deshalb blieb sie dabei.
</p>
<p>
Was Sr. Nicole macht, macht sie ganz. Ihren Beitrag sieht sie vor allem darin, die jüngeren Generationen mit dem Geist des Mitein- anders zu begeistern. Mit jungen Leuten anderer Gemeinschaften hat sie sich deshalb vernetzt und gemeinsam haben sie ein Projekt lanciert: „Face2faith in Europe&#8221;. &#8216; Anfang Mai wollen sie sich mit bis zu 50 Studierenden vier Tage in Löwen/Belgien treffen. Thema sind die sozialen Netzwerke. Und weil es im „Miteinander&#8221;-Netzwerk um Befreundung geht, steht in Löwen der Freundschaftsbegriff in sozialen Netzwerken im Mittelpunkt. „Dabei geht es uns aber nicht um Wissensvermittlung&#8221;, unterstreicht Sr. Nicole, „sondern darum, über alle Grenzen hinweg ins Gespräch zu kommen und Befreundung zu wagen.&#8221; Das Vorbereitungsteam setzt sich aus Vertretern der Offensive Junger Christen, Schwert des Geistes, CVJM München, Fokolare und Communität Christusbruderschaft zusammen.
</p>
<p>
Von Löwen aus will die Gruppe dann an der Zentralveranstaltung des Netzwerkes am 12. Mai in Brüssel &#8216; teilnehmen. Der Beitrag, den die jungen Leute dann einbringen, wird sich in Löwen konkretisieren. „Die haben was zu sagen und sind bereit, Verantwortung zu übernehmen&#8221;, unterstreicht Sr. Nicole. „Und wenn wir sie nicht fragen und anhören, sind sie in zwei, drei Jahren weg.&#8221;
</p>
<p>
Sr. Nicole erwartet sich Großes &#8211; für die und von den Studierenden und für Europa. Dass etwas davon auch am 12. Mai sichtbar wird, ist für sie ganz selbstverständlich: „An diesem Tag predigt ganz Europa ein Zeichen von Einheit und Freundschaft, dass die Wände wackeln.&#8221;<br />
Gabi Ballweg
</p>
<p><em><br />
Wer sich kurzfristig noch anschließen will, findet alle Infos auf der <a href="http://miteinander-wie-sonst.org" target="_blank">Homepage</a>.<br />
vgl. auch Neue Stadt März 2011, S.7<br />
</em></p>
<p>(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2012)<br />
Ihre Meinung ist uns wichtig, schreiben Sie uns! Anschrift und Email finden Sie unter <a title="Kontakt" href="/de/?page_id=50" target="_self">Kontakt</a>.<br />
© Alle Rechte bei Verlag Neue Stadt, München</p>
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		<title>Erfrischende Gesten</title>
		<link>http://neuestadt-online.de/de/index.php/2012/04/erfrischende-gesten/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 09:55:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nst</dc:creator>
				<category><![CDATA[meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>

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		<description><![CDATA[Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Berlin Eure Eminenz, lieber Kardinal, wenige Gesten sagen oft mehr als viele Worte. Sie haben in Ihren ersten Monaten in Berlin schon mehrfach mit schlichten Gesten manches vorschnelle Urteil über den Haufen geworfen: Sie wohnen in der Dachwohnung eines Etagenhauses im Arbeiterviertel Wedding, kaufen Ihre Schrippen 1) beim türkischen Bäcker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Berlin</em><span id="more-3093"></span></p>
<p>Eure Eminenz, lieber Kardinal,</p>
<p>wenige Gesten sagen oft mehr als viele Worte. Sie haben in Ihren ersten Monaten in Berlin schon mehrfach mit schlichten Gesten manches vorschnelle Urteil über den Haufen geworfen: Sie wohnen in der Dachwohnung eines Etagenhauses im Arbeiterviertel Wedding, kaufen Ihre Schrippen 1) beim türkischen Bäcker im Kiez, fahren mit Rad, S- und U-Bahn: Das passt so gar nicht in das Bild, ein Erzbischof sei ein mächtiger Kirchenfürst, der mit dem einfachen Volk kaum in Berührung kommt.</p>
<p>Sicher, Sie sind nicht der einzige Bischof, der relativ bescheiden lebt. Dennoch wirkt diese Normalität besonders wohltuend in einer Zeit, in der führende Politiker und Manager viele Bürger durch ihren fragwürdigen Umgang mit finanziellen Vorteilen, mit dem, „was ihnen zusteht&#8221;, sehr irritiert haben!</p>
<p>Bald nach Ihrer Ankunft in Berlin haben Sie eine Siedlung von 500 Flüchtlingen aus Rumänien besucht, die in sozial und hygienisch schwierigen Verhältnissen lebten: Ein Signal, dass Migranten zu unserer Gesellschaft gehören und Wertschätzung und menschenwürdige Lebensbedingungen verdienen. Sie trafen Mitglieder des Lesben- und Schwulenver- bandes zum Gespräch und machten deutlich: Sie respektieren Homosexuelle als Menschen und sind dialogbereit, auch wenn Sie nachdrücklich am Ideal einer für Kinder offenen Ehe zwischen Mann und Frau festhalten. Immer wieder hören Sie den Menschen zu. Und das ist eine entscheidende, nicht immer selbstverständliche Voraussetzung für den viel beschworenen Dialog.</p>
<p>Als Sie zum Kardinal ernannt wurden, luden Sie Markus Dröge, den evanglischen Bischof von Berlin, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Lala Süss- kind und den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zu den Feierlichkeiten nach Rom ein: Das zeugt von der großen Bedeutung, die Sie den Beziehungen in der Ökumene, mit Vertretern des Judentums und mit der Welt der Politik beimessen. Auch die Menschen haben Sie im Blick, die unsere Gesellschaft leicht ausgrenzt: Die Kardinalserhebung haben Sie in Berlin mit 100 Bedürftigen gefeiert.</p>
<p>Ihr Auftreten hat jene Kommentatoren durcheinandergebracht, die Ihnen schon das Plakat erzkonservativ um den Hals hängten, bevor Sie Ihr Heimatbistum Köln überhaupt verlassen hatten: Ihre Gesten passten nicht ins gängige Schubladendenken!</p>
<p>Gesten sind wie die Spitze eines Eisbergs: leuchtende, nach außen sichtbare Zeichen, Orientierungspunkte. Diese Gesten tun der Kirche gut. Daher wünschen wir sie uns auch weiterhin von Ihnen, und dass der große Rest des Eisbergs unter der Wasseroberfläche ihnen entspricht: das Reden und Tun im Innenraum der Kirche, die Begleitung der oft mühsamen Prozesse in Gremien und Kommissionen, die Begegnungen und die Arbeit im Alltag.</p>
<p>Mit den Gesten zeigen Sie, was Ihnen wichtig ist. Sie wollen nicht nur für die 400 000 Katholiken zwischen Brandenburg, Rügen und der polnischen Grenze da sein, sondern für alle Menschen im Erzbistum Berlin, die dafür offen sind. „Verbinden und Einheit stiften&#8221; &#8211; haben Sie der Berliner Tageszeitung einmal gesagt &#8211; ist für Sie wichtige Aufgabe eines Bischofs: In dieser Zielsetzung finden auch wir uns voll mit unserer Zeitschrift wieder.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen,<br />
Clemens Behr<br />
mit der ganzen Redaktion<br />
der NEUEN STADT</p>
<p>1) In Berlin für Brötchen, Semmeln, Weckerl.</p>
<p>(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2012)<br />
Ihre Meinung ist uns wichtig, schreiben Sie uns! Anschrift und Email finden Sie unter <a title="Kontakt" href="/de/?page_id=50" target="_self">Kontakt</a>.<br />
Alle Rechte bei Verlag Neue Stadt, München</p>
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		<title>Die Kunst der Beanstandung</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 09:30:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nst</dc:creator>
				<category><![CDATA[ratgeber]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Darf ich andere kritisieren? Wir alle kennen Menschen, die uns mal schnell ein „Feedback&#8221; geben wollen, aber damit persönliche Rache üben. Die Fähigkeit zu Kritik ermöglicht uns, etwas einzuschätzen und daraus passende Urteile und Haltungen abzuleiten. Die Psychologie unterscheidet die objektive Kritik, deren Gedankengänge die meisten Menschen als gültig ansehen, und die persönliche Kritik. Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Darf ich andere kritisieren?</em><span id="more-3088"></span></p>
<p>
Wir alle kennen Menschen, die uns mal schnell ein „Feedback&#8221; geben wollen, aber damit persönliche Rache üben. Die Fähigkeit zu Kritik ermöglicht uns, etwas einzuschätzen und daraus passende Urteile und Haltungen abzuleiten.
</p>
<p>
Die Psychologie unterscheidet die objektive Kritik, deren Gedankengänge die meisten Menschen als gültig ansehen, und die persönliche Kritik. Sie gründet auf Meinungen und Überzeugungen, die das eigene Weltbild wiedergeben. Selbstkritik dagegen verlangt die Gabe, von den eigenen Erfahrungen Abstand zu nehmen, um sie zu analysieren. Schließlich kennen wir die Kritiksucht als starkes Bedürfnis, jegliche Situation oder Person zu zerstören.
</p>
<p>
Viele leiden darunter. Die Psychologie sieht dahinter eine Form der Abwehr gegen die Außenwelt oder aber einen Mangel an Selbstkritik. Ist Kritiksucht massiv gegen sich selbst gerichtet, ist sie oft ein Hinweis auf tiefes Misstrauen in sich selbst &#8211; häufig bei depressiven Zuständen.
</p>
<p>
Wer an anderen Kritik übt, sollte vorher bedenken: Geschieht es nur aus Eigennutz und Lust an der Macht oder erwächst dem anderen wirklich ein Vorteil daraus? Der Denker Augustinus forderte dabei eine Haltung der Liebe. Heute würden wir sagen: niemals die Person bloßstellen oder als Ganze in Frage stellen („Du bist unfähig&#8221;), sondern nur eine Eigenschaft („deine Konzentration&#8221;), eine Einstellung („Mit dieser Meinung verlangen Sie, dass wir uns alle nach Ihnen richten&#8221;), eine Handlung („Du hast es zu lang gekocht&#8221;).
</p>
<p>
Kritik kann Selbstwertkrisen auslösen, wenn gegenseitiges Vertrauen fehlt. Wussten Sie, dass jemand sechs bis acht positive Botschaften wie Lob oder Anerkennung bekommen muss, bevor er EINE negative Meldung emotional gut verträgt? Auch ein sicherer Rahmen hilft: eine ritualisierte Situation mit dem richtigen Zeitpunkt, Ungestörtheit, eine dialogische Situation und grundsätzliche Gleichrangigkeit. Letztere ist oft am Arbeitsplatz oder im Erziehungsbereich von Natur aus nicht da. Die innere Vergegenwärtigung, dass wir alle Geschwister einer großen Menschheitsfamilie sind, kann sie ermöglichen.<br />
Dorothea Oberegelsbacher</p>
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		<title>Lohnt es sich, das Haus für ausländische Gäste zu öffnen?</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 09:20:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nst</dc:creator>
				<category><![CDATA[ratgeber]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Exotik ist schnell verflogen Wir waren mit der ganzen Familie zum Flughafen gefahren. Da kam sie, die lang ersehnte Gastschülerin aus Peru! Unsere Tochter und die 15-Jährige aus Lima, die sich schon über das Internet kannten, waren sich auf Anhieb sympathisch. Unsere Söhne ließen sich Zeit. Eine Woche währte die Beobachtungsphase, dann akzeptierten auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Exotik ist schnell verflogen</em><span id="more-3084"></span></p>
<p>
Wir waren mit der ganzen Familie zum Flughafen gefahren. Da kam sie, die lang ersehnte Gastschülerin aus Peru! Unsere Tochter und die 15-Jährige aus Lima, die sich schon über das Internet kannten, waren sich auf Anhieb sympathisch. Unsere Söhne ließen sich Zeit. Eine Woche währte die Beobachtungsphase, dann akzeptierten auch sie die neue Mitbewohnerin.
</p>
<p>
Die Peruanerin, die nur eine Schwester hat und auf eine reine Mädchenschule geht, entdeckte erstaunt: „Jungen sind ja ganz normal!&#8221; Schon da wurde klar: Neben Ausflügen und Sprachpraxis hatte für sie gerade die Vielfalt in unserer Familie ihren Reiz.
</p>
<p>
Die Gastschülerin erzählte von ihrer Familie, den Freunden, ihrem Land. Wir lauschten gebannt. Für sie wiederum war es neu, ohne Begleitung in die Stadt zu fahren; denn sie lebt sonst wegen der Kriminalität in einer bewachten Schule und eingezäunten Grundstücken.
</p>
<p>
Sie war beeindruckt, hier kaum Armut zu sehen, aber schockiert, dass wir sozial niedriger gestellte Leute grüßen. Uns war ihr Klassendenken fremd. Dafür spürten wir unsere Ordnungsliebe, die Unpünktlichkeit des Busses, das Schlangestehen beim Einkaufen. Sie staunte über das Funktionieren öffentlicher Verkehrsmittel und elektronischer Geräte.
</p>
<p>
Doch dann gab es den grauen Alltag: Unsere Kinder waren ständig versucht, Hausaufgaben und andere Pflichten zu vernachlässigen, weil die Gastschülerin spielen oder etwas unternehmen wollte. Wir Eltern rauften uns zuweilen die Haare, mussten Grenzen setzen beim Fernsehkonsum und darauf pochen, dass sie die Verkehrsregeln beachtete. Bald war die Exotik verflogen! Wir waren zusammengewachsen, und die Peruanerin gehörte dazu.
</p>
<p>
Was ist nach zwei Monaten geblieben? Sicher brachte uns die Offenheit dazu, füreinander Zuneigung zu entwickeln. Wir haben Krankheiten, Glück und Traurigkeit, Ärger und Langeweile mit dem Gast gemeistert. So lernten wir die Andersartigkeit schätzen und lehnten sie nicht als befremdlich ab. Wir haben uns über kulturelle Grenzen hinaus als Familie erlebt. Und das verbindet uns weiterhin.<br />
Rita Meyer
</p>
<p>(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2012)<br />
Ihre Meinung ist uns wichtig, schreiben Sie uns! Anschrift und Email finden Sie unter <a title="Kontakt" href="/de/?page_id=50" target="_self">Kontakt</a>.<br />
© Alle Rechte bei Verlag Neue Stadt, München</p>
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		<title>Noch schöner als der Plan</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 09:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nst</dc:creator>
				<category><![CDATA[reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Umbau kostet Zeit und Kraft. Erst recht, wenn dafür viele verschiedene Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen. In Wien hat eine Kindergarten-Umgestaltung überraschende Ergebnisse gebracht, weil die Beteiligten sich aufeinander eingelassen haben. Entwürfe schauen immer sehr gut aus.&#8221; Der Wiener Architekt Günther Trimmel hält ein wenig inne. „Aber danach geht es dann abwärts! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein Umbau kostet Zeit und Kraft. Erst recht, wenn dafür viele verschiedene Interessen </em><span id="more-3119"></span><em>unter einen Hut gebracht werden müssen. In Wien hat eine Kindergarten-Umgestaltung überraschende Ergebnisse gebracht, weil die Beteiligten sich aufeinander eingelassen haben.</em></p>
<p>Entwürfe schauen immer sehr gut aus.&#8221; Der Wiener Architekt Günther Trimmel hält ein wenig inne. „Aber danach geht es dann abwärts! Bei der Umsetzung tauchen alle möglichen Hürden auf, und die gebaute Realität bleibt dann oft hinter dem Entwurf zurück.&#8221; Ein wenig staunend fährt er fort: „Hier ist das genaue Gegenteil passiert: Die gebaute Realität ist viel interessanter als der Plan! Im Vergleich dazu ist das Schaubild trivial!&#8221;</p>
<p>Mit „hier&#8221; meint Günther Trimmel den Umbau im Kindergarten Rodaun in Wien. Dort hat sein Büro im letzten Jahr den Eingangsbereich neu gestaltet. „Begonnen hat alles damit, dass wir eine Gegensprechanlage brauchten&#8221;, erklärt die Leiterin des Kindergartens, Alexandra Kondor. Das in den 1950er-Jahren erbaute Gebäude, das etwa 75 Kindern Platz bietet, liegt auf einem großen Grundstück mit vielen Tannen, einem Spielplatz und großer Rasenfläche. Trägerinnen des Kindergartens sind Barmherzige Schwestern vom Heiligen Karl Borromäus, die den Kindergarten aufgebaut und bis vor neun Jahren auch geleitet haben; sie leben nun in ihrem Konvent auf dem Gelände, in Sichtweite zum Kindergarten.</p>
<p>Begonnen hat das Abenteuer im November 2010; und ein Abenteuer war die Umgestaltung schon: Nutzer, Künstler, Architekten, Ausführende, Erhalter &#8211; all diese „Player&#8221;, wie Trimmel sie nennt, musste man auf einen Nenner bringen. „Und jeder hat ja seine berechtigten Anliegen&#8221;, erklärt Annemarie Baumgarten, die als Künstlerin hinzugezogen wurde. Da waren das Kindergartenteam, das einen funktionalen, praktischen Eingang wollte; schön und kindgerecht sollte er sein. Den Schwestern lag daran, dass das charakteristisch Christliche des Hauses erhalten blieb. Der Architekt mit seinen Mitarbeitern wollte etwas Modernes und Vorzeigbares. Und die Verwaltung des Hauses schließlich hatte eine Kostenobergrenze fest im Blick.</p>
<p>Schnell stellte sich heraus, dass es da viel und intensives Zuhören brauchte. „Als es im März an die Umsetzung ging, mussten wir uns entscheiden zwischen einer reinen Glasvariante und einer Holzvariante&#8221;, erinnert sich Alexandra Kondor. Die Tendenz ging schnell zum Glas. „Das war aber auch die teurere&#8221;, erklärt sie. Braucht es das, und wer putzt es dann? Diese und andere Fragen tauchten auf.</p>
<p>Ilse Fehr arbeitet als Kindergartenpädagogin im Haus. Sie erinnert sich noch gut an die Anfänge des Prozesses, in den die Leiterin alle einbezogen hat:</p>
<p><em>„Ich dachte immer, Holz hätte doch viel besser hierher gepasst.</em></p>
<p>Als die Entscheidung in eine ganz andere Richtung ging, spürte ich, dass ich mich innerlich auf dieses Spiel einlassen muss.&#8221; Vom Ergebnis ist sie nun aber begeistert: „Wie das Licht durchs Glas fällt! Man ist selbst vom Licht umfangen und das Glas leuchtet in immer neuen Farbspielen. Wenn man von innen hinausgeht, sieht man sogar die Natur noch mal anders; sie leuchtet. Das hätte besser nicht sein können!&#8221;</p>
<p>Für die Farbauswahl waren alle zusammen in ein Glasstudio gegangen. Auch eine der Schwestern war mit dabei; die unterschiedlichen Vorstellungen trafen sich nicht. Deshalb schlug Alexandra Kondor ein weiteres Treffen vor, bei dem Annemarie Baumgarten ihre Idee nochmals erklären konnte. „Bis zu dem Zeitpunkt war nicht klar, ob sich die Schwestern für den Entwurf entscheiden, weil alles schon so weit fortgeschritten war, oder ob sie sich doch mit dem Konzept anfreunden konnten&#8221;, erklärt die Künstlerin, die schon einige Projekte in Glas realisiert hatte. Deshalb wollte sie „ganz losgelöst sein, damit sie sich frei entscheiden können. Gleichzeitig musste ich sie auf das aufmerksam machen, was passieren kann, wenn wir uns auf eine billigere Lösung einlassen.&#8221; Alexandra Kondor ergänzt sofort: „Und genau das war entscheidend: dass alle noch einmal frei waren, ihre Bedenken aussprechen konnten und angehört wurden.&#8221; Die Schwestern verstanden dabei, dass es wichtig war, die schönste</p>
<p>Lösung zu wählen, weil man auch damit etwas transportieren kann von dem, was im Kindergarten vermittelt wird.</p>
<p>Annemarie Baumgarten hatte die Spannung gespürt: zwischen dem Wunsch der Schwestern, auch mit der Neugestaltung einen christlichen Kindergarten zu bezeugen, und der Chance, ein Signal nach draußen zu setzen und auch die anzusprechen, die nicht religiös orientiert sind. Beides wollte sie verbinden. Das Team der Pädagoginnen wünschte sich darüber hinaus freie Flächen, welche die Kinder gestalten konnten.</p>
<p><em>„Was sich täglich wiederholt&#8221;, erklärt die Künstlerin, „ist Tag und Nacht, Licht und Dunkel.</em></p>
<p>Das ist für Kinder einfach zu verstehen und gleichzeitig stecken tiefe Wahrheiten darin: die Schöpfung; Leben entsteht durch Licht; aber auch die Nacht ist da, auch sie hat ihre Bedeutung fürs Leben.&#8221; Ein weiteres Element, das sich aus dem Motiv der Schöpfung ergab, war „oben und unten&#8221; und damit Tiere, die fliegen und kriechen. Und Baumgarten fährt fort: „Gestalterisch sollte es schlicht sein, so dass auch Kinder daran andocken konnten. Aber es sollte natürlich auch meinen künstlerischen Ansprächen genügen.&#8221; Ihr kam deshalb die Idee, in Anlehnung an Paul Klee, der vom künstlerischen Denken spricht, mit Strichen, Punkten und einigen Farben zu arbeiten. Ein Igel und Vögel, Bäume, Sonne und Mond sind nun auf den Glasflächen des Eingangs zu sehen. Orangegelbe Farben stehen für das Sonnenlicht, blauviolette charakterisieren die Nachtmotive.</p>
<p>Das gegenseitige Hinhören brauchte Zeit, damit sich die Dinge setzen und klären konnten. Zeit war aber auch der begrenzende Faktor. „Wir mussten den Umbau unbedingt im Juli und August über die Bühne bringen&#8221;, erklärt die Kindergartenleiterin. „Denn Ende August kommen die neuen Kindergartenkinder und da musste alles schon wieder in geregelten Bahnen laufen.&#8221; In der Umbauphase mussten die Kinder mit ihren Eltern nämlich einen provisorischen Eingang auf der Rückseite des Gebäudes hinnehmen. Trotz einiger Engpässe und Hindernisse, wie sie beim Bauen vorkommen können, hat dann alles geklappt. Das vor allem deshalb, weil das Team auch, die beteiligten Firmen und Handwerker einbezogen hat. So erzählen sie von einem Schlosser, der die tragenden Strukturen machen sollte. Zunächst war er mehr als skeptisch, wie man das umsetzen könnte.</p>
<p>Erst als er spürte, dass die Künstlerin sich wirklich bemühte, eine Lösung zu finden, die auch er als machbar empfand, und „da nicht einfach nur Ideen einer Künstlerin ein Rolle spielen&#8221;, kippte seine Skepsis: „Das wird wirklich schön!&#8221;</p>
<p>Auch Cornelia Klien arbeitet in Trimmels Büro. Zusammen mit Bauleiter Lukas Stuiber hat sie viel in dieses erste Projekt, das sie von Anfang an mitbetreute, investiert. „Was mich am meisten beeindruckt hat, ist wohl das Ringen mit Hürden, Zweifel und Skepsis im Laufe der Umsetzung. Und gleichzeitig die große Motivation&#8221;, erklärt die Jungarchitektin, „das, was uns faszinierte, so umzusetzen, dass andere teilhaben können an den Geschichten, die der Raum erzählen kann. Die Licht- und Farbeindrücke, die wir uns in der Theorie vorgestellt hatten, sind aufgrund des Facettenreichtums, den farbigen Schatten und Reflexen bei weitem übertroffen worden.</p>
<p><em>Es entstand ein Raum, den man erleben kann, der sich verändert, einen empfängt und verabschiedet.&#8221;</em></p>
<p>Ganz offensichtlich haben das auch die Kinder erlebt. Ein Junge beispielsweise hat seiner Mutter, die aufgrund einer Krankheit nur noch mit Mühe gehen kann, in den ersten Tagen so begeistert von seinem „ganz neuen Kindergarten&#8221; erzählt, dass die sich sofort auf den Weg machte und selbst alles sehen wollte.</p>
<p>Die Kinder entdecken immer wieder Neues. Nicht zuletzt deshalb, weil das Kindergartenteam nach Abschluss der Umgestaltung zusammen mit Annemarie Baumgarten einen zweitägigen Workshop mit ihnen gemacht hat. Im ersten Teil ging es darum, Farben und Formen und das, was sie aussagen, zu entdecken &#8211; „mehr der Theorieteil&#8221;, erklärt Baumgarten. Am zweiten Tag durften die Kinder dann selbst ran: In verschiedenen Gruppen konnten sie die Techniken ausprobieren und Bilder gestalten, die jetzt im Treppenhaus hängen, oder die freien Fensterflächen im Eingang schmücken. „Es ist enorm, was da herauskam&#8221;, staunen die Pädagoginnen, denen die neue Gestaltung offensichtlich fast so viel Freude macht wie den Kindern.</p>
<p>Dass es stimmig ist für alle, die mit dem Haus zu tun haben, so lautete eine Maxime des Umbauteams. Die gegenseitige Achtsamkeit und die Bereitschaft zurückzustecken hat daraus, wie Architekt Trimmel es wohl für alle auf den Punkt bringt, ein Projekt gemacht, „wie man es selten findet.&#8221;<br />
Gabi Ballweg</p>
<p>(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2012)</p>
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		<title>Hindus errichten weltgrößten Tempel als Nachbau von Angkor Wat.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 08:40:31 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Religionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Nachbildung der berühmten kambodschanischen Tempelanlage von Angkor Wat soll für umgerechnet 15 Millionen Euro im nordindischen Bundesstaat Bihar entstehen. Der Komplex, dessen Grundsteinlegung Anfang März erfolgte, soll größer als das Original und „der größte Hindu-Tempel der Welt&#8221; werden, sagte der Sekretär des auftraggebenden Maha- vir Mandir Trust, Acharya Kishore Kunal, dem britischen Sender BBC [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine Nachbildung der berühmten kambodschanischen Tempelanlage von Angkor Wat soll </em><span id="more-3079"></span><em>für umgerechnet 15 Millionen Euro im nordindischen Bundesstaat Bihar entstehen.</em></p>
<p>
Der Komplex, dessen Grundsteinlegung Anfang März erfolgte, soll größer als das Original und „der größte Hindu-Tempel der Welt&#8221; werden, sagte der Sekretär des auftraggebenden Maha- vir Mandir Trust, Acharya Kishore Kunal, dem britischen Sender BBC Anfang März. Die Bauzeit sei auf zehn Jahre veranschlagt. In dem Tempel mit Namen Virat Angkor Wat Ram sollen einmal Hindu-Gottheiten wie Radha-Krishna, Shiv- Parvati, Ganesh, Surya und zehn Inkarnationen von Vishnu verehrt werden.
</p>
<p>
Das Projekt entsteht den Angaben zufolge 25 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Patna am Ufer des Ganges auf einer Fläche von 16 Hektar. Anlass sei die Gründung des Bundesstaates Bihar vor 100 Jahren, sagte Kunal. Der Überlieferung nach soll der Gott Ram den Ort besucht haben.
</p>
<p>
An der Stelle gebe es bereits ein kleines Heiligtum. Die Ortsansässigen hätten der Errichtung des Riesentempels zugestimmt, so Kunal. Der finanzgebende Trust verfügt nach indischen Medienberichten über eines der größten Budgets hin- duistischer Heiligtümer in Indien. Er betreut den Mahavir-Mandir-Tempel in Patna, der jährlich von Millionen Pilgern besucht wird. Bihar zählt zu den ärmsten Bundesstaaten Indiens.
</p>
<p>
Die Tempelanlage von Angkor Wat wurde als hinduistisches Kultzentrum begründet, jedoch seit dem 16. Jahrhundert von Buddhisten benutzt.	KNA/gba
</p>
<p>(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2012)<br />
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		<title>Vineyard-Gemeinden möchten das Reich Gottes sichtbar machen.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 08:30:12 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bewegungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Biotope der Hoffnung Vineyard (dt.: Weinberg), das sind Gemeinden und Gemeinschaften, die aus einer klaren Perspektive vom Reich Gottes das Christsein leben. „Die Liebe zu Gott und untereinander und die Anbetung Gottes um seiner selbst willen bedeuten uns sehr viel&#8221;, so Martin und Georgia Brühlmann, Leiter der Vineyards in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Biotope der Hoffnung</em><span id="more-3074"></span></p>
<p>
Vineyard (dt.: Weinberg), das sind Gemeinden und Gemeinschaften, die aus einer klaren Perspektive vom Reich Gottes das Christsein leben. „Die Liebe zu Gott und untereinander und die Anbetung Gottes um seiner selbst willen bedeuten uns sehr viel&#8221;, so Martin und Georgia Brühlmann, Leiter der Vineyards in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
</p>
<p>
Die Vineyard-Bewegung entstand 1977 in Los Angeles und zählt heute 800 Gemeinden in über 60 Ländern. Die Entstehung ist eng verbunden mit John Wimber, einer Persönlichkeit von großer spiritueller und charismatischer Kraft. Die Gemeindegründung ist ein zentrales Anliegen der Bewegung und viele Neugründungen im evangelikalen Raum orientieren sich an ihrem Vorbild. „Wir setzen sehr viel daran, dass Biotope der Hoffnung entstehen und Gemeinschaften starten, die Gottes Reich sichtbar machen&#8221;, heißt es auf der Homepage.
</p>
<p>
Die Vineyards kennzeichnet evangelikale Akzente, eine große Natürlichkeit und ein selbstverständlicher Umgang mit den Charismen, verbunden mit ökumenischer Offenheit. Im deutschsprachigen Raum gibt es rund 60 Vineyard-Gemeinden. Das biblische Verständnis von Jüngerschaft ist ihnen ein zentrales Anliegen, und sie möchten Menschen zu einem „jesusgemäßen Leben&#8221; inspirieren. Auch der Blick für Arme ist charakteristisch für Vineyard. Viele Vineyards im deutschsprachigen Raum haben Obdachlosenspeisungen, geben Kredite weiter, bieten Lebensmittelhilfen an oder dienen den Ärmsten in über 20 Ländern.
</p>
<p>
Einige Vineyard-Gemeinden engagieren sich auch im internationalen Netzwerk „Miteinander für Europa&#8221;. gba
</p>
<p><em><a href="http://www.vineyard-dach.net" target="_blank">www.vineyard-dach.net</a></em></p>
<p>(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2012)<br />
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		<title>Für einheitlichen Ostertermin</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 08:10:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nst</dc:creator>
				<category><![CDATA[nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Ökumene]]></category>

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		<description><![CDATA[Katholische und orthodoxe Bischöfe stellen Broschüre vor. Die katholischen und orthodoxen Bischöfe in Deutschland drängen auf einen gemeinsamen Ostertermin der Christen weltweit. Die unterschiedlichen Ostertermine schmälerten das „gemeinsame Zeugnis von Katholiken und Orthodoxen gegenüber der nichtchristlichen Welt&#8221;, heißt es in einer am 13. März in Paderborn vorgestellten Broschüre der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Katholische und orthodoxe Bischöfe stellen Broschüre vor.</em><span id="more-3067"></span></p>
<p>Die katholischen und orthodoxen Bischöfe in Deutschland drängen auf einen gemeinsamen Ostertermin der Christen weltweit. Die unterschiedlichen Ostertermine schmälerten das „gemeinsame Zeugnis von Katholiken und Orthodoxen gegenüber der nichtchristlichen Welt&#8221;, heißt es in einer am 13. März in Paderborn vorgestellten Broschüre der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland.</p>
<p>Darin setzen sich die beiden Kirchen dafür ein, dass die Bemühungen um einen gemeinsamen Ostertermin intensiviert werden. Die äußere Trennung stelle zwar die tiefe Übereinstimmung im Osterglauben nicht infrage, heißt es. Dennoch sei ein einheitlicher Os- tertermin ein wichtiges Zeichen gegenüber Nichtchristen.</p>
<p>In diesem Jahr feiern Katholiken und Protestanten das höchste Fest der Christenheit am 8. April, die orthodoxe Weltkirche begeht Ostern am 15. April. Die unterschiedlichen Termine hängen mit der Kalenderreform Papst Gregors XIII. im Jahr 1582 zusammen. Die orthodoxen Kirchen habe diese Reform teilweise nicht anerkannt und richten sich weiter nach dem auf Julius Caesar zurückgehenden Julianischen Kalender.</p>
<p>Die 26-seitige Broschüre erläutert den Osterfestkreis vom Beginn der Fastenzeit bis Pfingsten in der liturgischen Tradition der katholischen und der orthodoxen Kirche, betont die Gemeinsamkeiten und erklärt die Unterschiede. Der Text ist auf den Internetseiten der Deutschen Bischofskonferenz <a href="http://www.dbk.de" target="_blank">(www.dbk.de)</a> abrufbar oder kann als Druckexemplar dort bestellt werden. KNA/gba</p>
<p>(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2012)</p>
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<p>© Alle Rechte bei Verlag Neue Stadt, München</p>
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