Innere Heilung
Ich (59) bin als Kind missbraucht worden.
Sexueller Missbrauch stellt eine schwerwiegende Verletzung der Würde eines Menschen dar. Darüber hinaus führt er oft zu einer katastrophalen psychischen Schädigung, die heute allgemein als „posttraumatische Belastungsstörung“ bezeichnet wird. Die Betroffenen versuchen diese beschämende Erfahrung verständlicherweise zu verdrängen, werden aber in der Regel immer wieder von ihrem Trauma heimgesucht. Seit einigen Jahren sind die Schlüsselreize bekannt, die im Gehirn gespeicherte Missbrauchserfahrungen in Form von Bildern oder Emotionen in das Bewusstsein zurückrufen: Solche „Triggerreize“ können bestimmte Szenen im Fernsehen, neue Stresssituationen oder auch nur belastete Themen oder Schlüsselworte sein.
Trotz langjähriger Psychotherapie und Behandlung mit Psychopharmaka sind die Spuren des sexuellen Missbrauchs Ihrem Schreiben zufolge weiterhin vorhanden und blockieren einen entspannten Einstieg in die dritte Lebensphase. Dagegen wollen Sie nun etwas unternehmen. Dies ist eine gute Grundlage für eine spezifische ambulante oder auch stationäre Trauma-Psychotherapie. In den letzten Jahren sind besonders zwei Verfahren mit guten Heilungschancen bekannt geworden: die psychodynamisch imaginative Trauma-Therapie (PITT) und die Hypnotherapie.
In der PITT lernt der Patient, mit sich selbst eine neue Beziehung einzugehen und mittels positiver Einbildungskraft (Imagination) seine seelischen Wunden einem Ort der inneren Heilung zuzuführen.
Bei der Hypnotherapie werden auf dem Wege einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung die Wirkungen von Trance und Suggestion genutzt, um ähnliche innere Heilungsprozesse in Gang zu bringen.
Hermann Schweers
1) Informationen zur PITT unter: www.traumhaus-bielefeld.de
2) Informationen zur Hypnotherapie unter: www.dgh-hypnose.de
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Juli/August 2009)
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