Hilfsbereitschaft
Das islamische Opferfest wird immer mehr zum Fest der Solidarität.
In jüngster Zeit haben Muslime das Opferfest immer stärker als Ausdruck der Solidarität und Hilfsbereitschaft gegenüber den armen und hungernden Menschen, insbesondere innerhalb der muslimischen Gemeinschaft, interpretiert. Darauf wies Ende November der Islamwissenschaftler Carsten Polanz vom Institut für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz hin.
Das alljährliche Opferfest ist eines der höchsten islamischen Feste. Es erinnert an die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn (nach islamischer Tradition war es nicht Isaak sondern Ismael) zu opfern. Zu den rituellen Handlungen dieses Tages gehört es für den gläubigen Moslem, ein Opfertier zu schlachten, in der Regel ein Säugetier. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) wies darauf hin, dass es dabei nicht um das Schlachten an sich gehe, sondern um die in dem Ritus zum Ausdruck kommende Gottesfurcht.
Das Opferfest, so der ZMD, könne verschiedenen segensreichen Zwecken dienen: der religiösen Pflichterfüllung, der Solidarität mit den Armen, der gemeinschaftlichen Feier. Daher empfiehlt der ZMD, das Opferfleisch zu einem Drittel in der eigenen Familie zu verwenden, einen Teil den Armen zu spenden und den dritten Teil mit Freunden zu verzehren. Gerade mit dem letzten Drittel könne auch das soziale Band zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen gestärkt werden. swi
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Januar/Februar 2010)
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