Integration zentrales Thema bei Religionsvertretern in Österreich
Bemühungen verstärken
Für einen breiten Dialog, der nicht nur zwischen den Spitzen geführt wird, sondern auch die Basis erreicht, haben sich am 2. Mai die führenden Religionsvertreter in Österreich ausgesprochen. Anlässlich des 60. Jahrestags der Unterzeichnung des Vertrages von Paris – er hatte den Integrationsprozess Europas eingeleitet – hatte Außenminister und Vizekanzler Michael Spindelegger den evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Ariel Muzicant, den Präsidenten der Islamischen
Glaubensgemeinschaft Anas Schakfeh, Kardinal Christoph Schönborn und den griechisch-orthodoxen Metropoliten Michael Staikos ins Außenministerium eingeladen.
Österreich brauche einen Paradigmenwechsel, so Muzicant: Bevölkerungswanderungen und damit auch Integration seien eine unabwendbare Realität. An der Auseinandersetzung mit dem Fremden führe im Europa des 21. Jahrhunderts kein Weg vorbei, pflichtete Metropolit Staikos bei. Schakfeh wiederum wies darauf hin, dass die Integration der Muslime in Österreich weit besser sei als in so manchen anderen Ländern Europas. Bischof Bünker erinnerte daran, dass Religion im Rahmen des Integrationsprozesses nicht als Problem angesehen werden dürfe, sondern als Teil der Lösung. Und Kardinal Schönborn unterstrich, dass Integration letztlich nur gelingen könne, wenn sich die Menschen gegenseitig einladen, gemeinsam Feste feiern oder sich auch sozial engagieren.
Abschließend wies Außenminister Spindelegger auf die geplante Eröffnung eines „Dialogzentrums für Weltreligionen” in Wien hin wie auch auf die Bewerbung Österreichs um das Forum „Allianz der Zivilisation” im Jahr 2013. gba
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Juni 2011)
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