24. Mai 2012

Bilaterale Kommission

Von nst1

Vatikan und israelisches Großrabbinat fordern Schuldenerlass

Der Vatikan und das Jerusalemer Großrabbinat haben sich gemeinsam für einen teilweisen Schuldenerlass für Familien und Privatpersonen ausgesprochen. Ein solcher sei ebenso erforderlich wie die teilweise Entschuldung auf nationaler und internationaler Ebene, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der bilateralen Kommission des israelischen Großrabbinats und des Vatikans. Die Finanzkrise habe einen „eklatanten Mangel“ an ethischem Bewusstsein im ökonomischen Denken offenbart. Die Kommission trifft sich in regelmäßigen Abständen, um über Sachfragen aus interreligiöser Sicht zu beraten. Themen waren bislang unter anderem Menschenrechte und Erziehung.

Als Gastredner traten bei dem Treffen Ende März in Rom unter anderen der Präsident der sogenannten Vatikanbank IOR, Ettore Gotti Tedeschi, sowie der frühere Chefvolkswirt der israelischen Zentralbank, Meir Tamari, auf. Auch der Präsident der vatikanischen „Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum“, Kardinal Kurt Koch, richtete ein Grußwort an die Teilnehmer des Treffens. Die Kommission ist auf vatikanischer Seite für die Gespräche mit dem israelischen Großrabbinat zuständig. Die elfte Zusammenkunft der bilateralen Kommission stand unter dem Titel: „Die gegenwärtige Finanzkrise aus religiöser Perspektive:

Vision für eine gerechte Wirtschaftsordnung“. Die vatikanische Delegation leitete Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson, der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden. Der israelischen Abordnung stand Rabbiner Shear Yashuv Cohen vor. KNA / gba

(erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Mai 2012)
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