15. September 2012

Baptisten in den USA wählen erstmals einen schwarzen Präsidenten.

Von nst_xy

Mächtige Botschaft

Die größte protestantische Kirche der USA, die „Southern Baptist Convention“ (SBC), hat erstmals einen schwarzen Präsidenten. Die Jahresversammlung des konservativ geprägten Südlichen Baptistenverbandes wählte in New Orleans den Afro-Amerikaner Fred Luter. Der 55-Jährige ist Pastor der mehrere tausend Mitglieder zählenden „Franklin Avenue Baptistenkirche“ in New Orleans und ein bekannter Prediger.

Mit knapp 16 Millionen Mitgliedern ist die SBC die größte protestantische Kirche der USA und nach der katholischen Kirche die zweitgrößte christliche Glaubensgemeinschaft. Der Verband wurde 1845 im Streit über die Sklaverei gegründet. Die Baptisten in den Südstaaten der USA betonten damals, Sklaverei sei biblisch begründet. Daraufhin spalteten sich die Baptistenkirchen der Südstaaten ab und gründeten die SBC. Viele protestantische Glaubensgemeinschaften in Amerika spalteten sich damals in nördliche und südliche Kirchenverbände. Ein Riss, der die gesamte amerikanische Gesellschaft bis weit in das 20. Jahrhundert prägte.

Erst 1995 bei ihrem Jahrestreffen nahm die SBC eine Resolution an, in welcher sich die Kirche in aller Form für ihre Unterstützung der Sklaverei und des Rassismus entschuldigte und „alle Afroamerikaner“ um Vergebung bat. Seither ist die Zahl der Schwarzen in der SBC von etwa 337 000 auf heute gut eine Million gewachsen. Die Wahl des Afro-Amerikaners, so ein Vertreter der SBC, sende eine „mächtige Botschaft“ der Hoffnung an die ganzen USA.
gba

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, September 2012)
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