29. Januar 2013

Gemeinsames Osterfest

Von nst1

Katholische Kirche in Israel verlegt Osterdatum.

Die Katholiken im Heiligen Land werden Ostern künftig gemeinsam mit den orthodoxen Gläubigen feiern. Das haben die katholischen Bischöfe dort beschlossen. Grund für die Entscheidung war vor allem die Rücksicht auf die zahlreichen konfessionsverbindenden Familien, so das Lateinische Patriarchat in Jerusalem. Ausgenommen von der neuen Regelung in Nahost bleiben die Jerusalemer Grabeskirche und die Geburtskirche in Bethlehem. Dort lasse der „Status quo“ von 1852, der die Nutzung der heiligen Stätten für die verschiedenen Konfessionen minutiös festlegt, keine Änderung zu.
Auch wenn das entsprechende Dekret erst 2015 in Kraft treten wird, bleibt es den Bischöfen der verschiedenen Riten schon 2013 freigestellt, ob sie dem gregorianischen oder dem julianischen Kalender folgen. Durch die unterschiedliche Berechnung kann der Termin wie in diesem Jahr bis zu fünf Wochen abweichen. 1528 stellten Astronomen fest, dass der julianische Kalender etwa elf Minuten pro Jahr nachging, also rund alle 130 Jahre einen Tag. Papst Gregor XIII. (1572-1585) korrigierte den Fehler – ohne die Ostkirchen. 1923 versuchten diese dann eine Reform des julianischen Kalenders. Einige Kirchen, etwa in Griechenland, Polen und den USA, befürworteten die Revision, andere wie die Russisch-Orthodoxen und Armenier lehnten sie ab. Um der Einheit der Orthodoxie willen gilt deshalb weiter die alte Berechnung. Trotzdem gab es immer wieder Ausnahmen: Orthodoxe Finnen und Esten etwa folgen dem westlichen Kalender, während Katholiken auf der griechischen Insel Syros sich nach den orthodoxen Nachbarn richten.
gba

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Januar/Februar 2013)
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