16. Januar 2016

Dialog für den Frieden

Von nst1

Religionen in Zypern gründen Arbeitsgemeinschaft.

Die geistlichen Oberhäupter der verschiedenen Religionen in Zypern haben eine „Arbeitsgemeinschaft (AG) für den interreligiösen Dialog“ gebildet. Damit wollen sie als Glaubensgemeinschaften einen Beitrag zum Frieden auf der seit 1974 geteilten Inselrepublik geben. Mitglieder der Dialog-AG sind der griechisch-orthodoxe Erzbischof Chrysostomos II. Dimitriou, der muslimische Großmufti Talip Atalay, der armenische Erzbischof Narek Berberian, der Bischof der zyprischen Maroniten Joseph Soueif und der Vikar des lateinischen Patriarchen von Jerusalem für Zypern, der polnische Franziskaner Jerzy Kraj.

Ohne Toleranz, gegenseitige Achtung und friedliches Zusammenleben gibt es für Zypern keine Zukunft, unterstreichen die Mitglieder der Dialog-AG in einer ersten gemeinsamen Erklärung Ende November. Die Arbeitsgemeinschaft sieht es als ihre Pflicht, auch über die Insel hinaus „mit Wort und Tat aufzuzeigen, dass die Achtung vor dem menschlichen Leben und der Menschenwürde stärker sind als der Terrorwahn und die Verzerrung religiöser Lehren und Gebote“. Vor allem Gewalt gegen friedliche Zivilisten müsse in allen Formen besonders scharf verurteilt werden: „Kein Krieg, kein Terrorakt, keine tierische Grausamkeit gegen Unschuldige darf im Namen des allmächtigen Gottes oder im Namen einer Religion gefordert und verübt werden“.

Zypern ist seit 1960 eine unabhängige Republik, Mitglied der Vereinten Nationen und des Britischen Commonwealth. Seit dem Sommer 1974 befindet sich der nördliche Teil unter türkischer Besatzung.
gba

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Januar/Februar 2016)
Ihre Meinung ist uns wichtig, schreiben Sie uns! Anschrift und E-Mail finden Sie unter Kontakt.