20. April 2016

Tief besorgt

Von nst1

Juden und Christen wollen gemeinsam Fremdenhass und Antisemitismus entgegentreten.

Rabbiner und Vertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland wollen Fremdenhass und Antisemitismus gemeinsam entgegentreten. Sie seien „tief besorgt“ über die Zunahme fremdenfeindlicher Gewalt in den vergangenen Monaten, erklärten die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Allgemeine Rabbinerkonferenz (ARK) sowie die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) am 7. März in Hannover.
Der Vorsitzende der Migrationskommission der DBK, Bischof Norbert Trelle, versicherte mit Blick auf die Befürchtungen der jüdischen Gemeinden vor einer Zunahme des Antisemitismus, dass „die katholische Kirche auch weiterhin im Kampf gegen jede Form von Antisemitismus an der Seite der jüdischen Gemeinschaft stehen wird“.
Rabbiner Andreas Nachama von der ARK wandte sich gegen jede Form von Diskriminierung: „Juden sind ein Teil Europas. Antisemitismus hat hier so wenig Platz wie antiislamische Vorurteile.“ Rabbiner Arie Folger von der ORD mahnte, dass „in gesellschaftlichen Diskussionen über die Asylpolitik die grundsätzliche Würde aller Menschen nicht vergessen werden darf.“
Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, erinnerte daran, dass die eigenen Anstrengungen bei der Aufnahme von Flüchtlingen stets im internationalen Kontext gesehen werden müssten.
Seit 2006 treffen sich Vertreter der Allgemeinen und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland mit Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der EKD einmal jährlich zu einem ausführlichen Gespräch.
gba

 

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2016)
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