Die NEUE STADT bald mit neuem Gesicht

Bei der nächsten Ausgabe werden Sie die NEUE STADT auf den ersten Blick nicht wiedererkennen: Mit der März/April-Nummer verändern wir die Aufmachung, die Rubriken, die Herangehensweise an die Themen und die Präsentation der Beiträge.  Bei unserer Zeitschrift wandelt sich mehr als nur das Gewand. Aber ihr tieferer Kern bleibt natürlich erhalten.

Seit Jahren geht die Auflage von Zeitschriften und Zeitungen zurück. Nur wenige Printmedien können sich diesem Trend entziehen, auch die NEUE STADT nicht. Seit 1991 beobachten wir, dass unsere Abonnentenzahlen Jahr um Jahr sinken. Manche Redaktion reagiert auf die Entwicklung mit kürzeren Artikeln, leicht konsumierbaren Informationshäppchen. Manche Verlage versuchen, mit neuen, auf bestimmte Zielgruppen zugeschnittenen Lifestyle-Magazinen ihr Tortenstück auf dem Zeitschriftenmarkt zu retten. Uns geht es nicht in erster Linie um wirtschaftlichen Erfolg. Wir möchten aber die Vision einer menschlichen, geschwisterlichen Welt auch künftig an den Mann und an die Frau bringen: mit aufbauenden Nachrichten und nachahmenswerten Beispielen – ohne die Schwierigkeiten auszublenden, auf die wir beim Mitwirken an einer menschlicheren, vom Miteinander geprägten, vielfältigen Gesellschaft auch treffen. Daher machen wir uns schon seit längerer Zeit Gedanken, wie wir die NEUE STADT weiterentwickeln können: Wie kann sie wirtschaftlich tragfähig bleiben? Wie kann sie bei den sich ändernden Lesegewohnheiten attraktiver werden? Wie kann sie Ihnen, den Leserinnen und Lesern, noch besser dienen?

Fotos: (c) Frank Schmelzer

2015 haben wir mit der Arbeit daran begonnen – stark unterstützt von der Leitung der Fokolar-Bewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Herausgeberin des Magazins ist. Dazu haben wir Fachleute der Medien-Dienstleistungsgesellschaft MDG ins Boot geholt, die sich besonders mit christlichen Medien auskennen. Sie haben kritische Gutachten einer Journalistin und einer Grafikerin zur Qualität der NEUEN STADT eingeholt und Telefongespräche mit einigen Leserinnen und Lesern geführt. In drei Workshops mit jeweils sechs bis zehn Teilnehmern haben wir an Themen wie Ausrichtung, Zielgruppe, Form und Inhalte der Zeitschrift gearbeitet. Dabei sind auch Ihre Reaktionen – Mails der Leserinnen und Leser und persönliche Gespräche in den letzten Jahren – eingeflossen. Aus drei möglichen Konzepten schälte sich nach und nach eines als das vielversprechendste heraus: ein Magazin von 48 Seiten, das alle zwei Monate erscheint, mit jeweils einem Schwerpunktthema, das auf 16 Seiten vertieft wird.

Wir brauchen keine schnellen und einfachen Antworten auf komplexe Probleme
Die Zeitschrift wird damit zwar hier und da etwas weniger aktuell sein, dafür aber einzelne Themen gründlicher behandeln. Dabei gibt sie die inhaltliche Vielfalt nicht auf, von der ein Magazin lebt. Sie möchte meinungsstärker werden, also mehr Impulse geben, damit Sie sich zu Sachverhalten, die Sie interessieren, besser eine Meinung bilden können. Viele politische, wirtschaftliche, soziale, ethische und religiöse Probleme sind heute sehr komplex: Schnelle und einfache Antworten werden ihnen nicht gerecht. Oft braucht es eine Vertiefung, eine Betrachtung von mehreren Seiten, um sie durchdringen zu können. Dazu will die NEUE STADT beitragen. Wir machen uns zusammen mit Ihnen, unserer Leserschaft, auf die Suche nach Antworten, möchten zu einer Debattenkultur zwischen unterschiedlichen Positionen beitragen, selbstverständlich immer im gegenseitigen Respekt vor der Meinung des anderen. Bei all dem bekommen Sie mehr Möglichkeiten, sich mit Ideen und Anregungen, Fragen und Ihrer eigenen Erfahrung einzubringen. Unser Wunsch als Redaktion: dass die Zeitschrift von noch mehr Menschen mitgetragen und noch stärker Ausdruck eines gemeinschaftlichen Miteinanders wird!
In den Beispielen, den Lebenszeugnissen von Menschen, die ihren Alltag bewusst aus einer inneren Überzeugung heraus gestalten, das Wort Gottes zum Maßstab ihres Lebens gemacht haben und in den täglichen Begegnungen und Herausforderungen daraus schöpfen, sehen wir die besondere Stärke der NEUEN STADT. Sie werden daher weiterhin eine tragende Rolle spielen, wie auch die Reportagen von tatkräftigen Initiativen und sozialen Projekten aus anderen Ländern oder hier bei uns. Ebenso bleiben das „Wort des Lebens“ und die Orientierung daran das, was die Zeitschrift typischerweise ausmacht. Diese „Kernkompetenzen“ werden wir bei allen Neuerungen nicht über Bord werfen, sondern eher weiter ausbauen.

Vision der Geschwisterlichkeit
Die NEUE STADT ist ein Ausdruck der Fokolar-Bewegung und steht dazu: Ihr „Charisma“ will zur Verwirklichung des letzten Wunsches von Jesus Christus beitragen, „dass alle eins seien“ (Johannes 17,21). Ihre Spiritualität der Einheit, der Wunsch und das Leben dafür, dass die Welt und alle Bereiche der Gesellschaft von geschwisterlichen Beziehungen geprägt werden, ist das „Grundrauschen“ in den Beiträgen, der charakteristische Blickwinkel in den Artikeln. Darin liegen ihre Wurzeln, darin sehen wir unseren Auftrag, dem wir bei aller Neuerung natürlich treu bleiben wollen. „Neue Stadt“ steht für die Vision einer Gesellschaft, „in der alle Schwestern und Brüder sind, ungeachtet ihrer Unterschiedlichkeit“, schrieb die Gründerin der Fokolar-Bewegung Chiara Lubich 2006 im Editorial unserer italienischen Schwesterzeitschrift Città Nuova anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens: „Die Zeitschrift NEUE STADT versteht sich auch als Weg zu dieser Geschwisterlichkeit, als Werkzeug des Dialogs, der Gemeinschaft, der Einheit.“
Aus diesem Erbe erwächst aber auch die Offenheit, die das Magazin schon immer ausgezeichnet hat, seit es vor 59 Jahren erstmals in deutscher Sprache erschien: das Interesse an einem besseren Zusammenspiel unter den verschiedenen Kirchen, an einem wahrhaftigeren Dialog zwischen den Religionen, an einer friedlicheren Zusammenarbeit zwischen den Nationen, an einer menschlicheren Gesellschaft. Wen das anspricht, wer sich dafür interessiert, wer dazu Ermutigung, Informationen und neue Ideen bekommen möchte, der kommt als Leserin und Leser in Frage. Oder er hat – wie Sie – mit der Zeitschrift bereits seine Wahl getroffen.
Die Erarbeitung eines neuen Konzepts war ein offener Prozess. In der gemeinschaftlichen Arbeit sind Ideen für Rubriken und journalistische Stilformen geboren, auf die wir als Einzelne nicht gekommen wären. Das hat uns froh gemacht und hoffnungsvoll gestimmt, wenn der Weg zum Ziel auch mit schmerzhaften Etappen und Erkenntnissen verbunden war – beispielsweise wenn die Einführung neuer Kolumnen zugleich auch bedeutete, sich von liebgewordenen Rubriken trennen zu müssen.
Unser neues inhaltliches Konzept haben wir der Augsburger Design- und Kommunikationsfirma „elfgenpick“ vorgelegt. Seit Anfang 2008 gestalten die Grafikerinnen und Grafiker das Layout, das äußere Erscheinungsbild des Magazins, auf das wir viele positive Reaktionen bekommen. Mit großem Elan, Einfühlungsvermögen und professioneller Kreativität haben sie ein neues, modernes Gewand für die Zeitschrift entwickelt. Mit der März/April-Nummer gehen wir mit dem neuen Konzept und neuem „Outfit“ an den Start.
Haben wir Sie neugierig gemacht? Wir hoffen, mit der Weiterentwicklung der Zeitschrift Ihr Leben als „Bürger“ der NEUEN STADT noch besser unterstützen zu können – und Ihnen noch mehr Freude zu machen!
Clemens Behr, Gabi Ballweg

So sah eine unabhängige Journalistin die NEUE STADT – ein Ausschnitt aus ihrem Gutachten:
„Die Neue Stadt greift Themen aus den Bereichen Gesellschaft, Familie, Soziales, Frieden, Gerechtigkeit und Umwelt im In- und Ausland auf. Dabei wird großes Gespür bewiesen, welche Themen gerade virulent sind und womit sich aus dem Glauben heraus lebende Menschen gegenwärtig beschäftigen, wie zum Beispiel mit den Folgen der Fluchtbewegung für unsere Gesellschaft. Auch Themen aus dem Bereich Religionen, Kirchen und Ökumene, Theologie, Spiritualität, Psychologie und Kultur sind breit vertreten.
Die Themen werden unter dem Blickwinkel des gleichberechtigten Aufeinanderzugehens, positiver Vorbilder und von Anstößen für geglückte christliche Lebensführung aufbereitet. Die Palette ist abwechslungsreich und dürfte für viele sozial und gesellschaftlich Engagierte, auch für Nichtchristen, interessant sein, weil sie bei zurzeit relevanten Problemen Orientierungshilfe und Denkanstöße gibt.“

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Januar/Februar 2017)
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