Rote Tupfen

Beschrieben von: Ulrike Comes

Es ist Sonntagnachmittag, ich sitze im Garten und brüte über der Korrektur einer Mathearbeit. Mittendrin kommt die Nachbarin vorbei und schenkt mir einen Topf selbstgepflückter Erdbeeren. Ihre Freundlichkeit und das Aroma der Früchte – beides kann ich genießen. Es hilft mir, meine Schüler mit neuem Elan in den Blick zu nehmen und zu versuchen, ihnen gerecht zu werden.
An die „roten Tupfen“ jenes Nachmittags erinnere ich mich gern, zehre davon. Jetzt ist Sommer; für viele die Zeit, den Alltag für eine Weile zu verlassen. Sammeln wir Augenblicke, Begegnungen, Erfahrungen wie Tupfen, die unser Leben für lange Zeit bunter machen. Nicht als wehmütige Erinnerungen, sondern mit der Chance, sie neu lebendig werden zu lassen, sie vielleicht sogar jemandem weiterschenken zu können – als bunten Tupfen.

Foto: (c) Ulrike Comes

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Juli/August 2018)
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