Wort des Lebens.Plus

Wie Kindern das Evangelium vermitteln?

Vorlesen allein finden Kinder häufig langweilig. Damit kommt wenig bei ihnen an, selbst wenn der Text sprachlich und in der Länge eigens auf sie zugeschnitten ist.  Das merke ich bei Gruppen von Kindern im Alter von etwa vier bis neun Jahren immer wieder. Größer ist die Aufmerksamkeit schon, wenn ich ihnen die Inhalte frei erzähle. Dafür eignet sich nicht jedes „Wort des Lebens“ gleichermaßen.

Aus dem Leben gegriffene Geschichten und Gleichnisse erreichen sie leichter. Ist der Text zu abstrakt, suche ich daher andere dazu passende Bibelstellen aus, die die zentrale Aussage veranschaulichen.
Die Kinder sind engagierter bei der Sache, wenn sie die biblischen Ereignisse selbst erzählen dürfen, sofern sie diese schon kennen, oder wenn ich sie mit Fragen einbeziehe: „Habt ihr schon mal erlebt, dass?“, „Was würdet ihr tun, wenn?“ Spielt die Geschichte in wechselnden Landschaften, lasse ich die Kinder mit farbigen Tüchern oder anderen Materialien See, Fluss, Berg, Feld oder Wüste darstellen.
Die Inhalte für ihre Sinne erfahrbar machen, das geht auch mithilfe aufstellbarer Figuren, Stabfiguren, eines Kasperletheaters oder eines (Kamishibai-)Erzähltheaters, das wie ein Bildschirm ist und in den sich wechselnde Bilder einführen lassen, die die Geschichte illustrieren. Zuweilen eignen sich die Texte dazu, sie verkleidet mit verteilten Rollen nachzuspielen. Die Kleineren malen gern Bilder zu den Geschichten aus. Man kann auch etwas basteln, das mit der Geschichte im Zusammenhang steht.

Ich versuche immer wieder die Methode zu wechseln, denn Kinder brauchen Abwechslung. Und es sollte für sie nicht zu lange dauern.
Für Kinder in der genannten Altersstufe und ihre Begleiter gibt die Fokolar-Bewegung monatlich ein Blatt heraus, das unter der Internetadresse „gen4pdv.focolare.org/de” heruntergeladen werden kann. Es bebildert das aktuelle „Wort des Lebens“ zusammen mit dem kleinen Beispiel eines Kindes, das dieses Wort in einer bestimmten Situation schon angewendet hat.
Susanne Teschendorf

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, November/Dezember 2018)
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