Trotz allem

Das Leben bietet nicht immer Grund zur Freude. Wenn in Beziehungen Sand im Getriebe ist, das Alter seinen Tribut zollt, Kinder oder Enkel Sorgen machen, kann das jedes Wohlgefühl verderben.

Oder jetzt die Corona-Krise, die unsere Pläne über den Haufen wirft, zum Improvisieren zwingt, Menschen in die Arbeitslosigkeit treibt, einsam macht, sie schwer erkranken lässt oder ihnen gar das Leben nimmt: wahrlich kein Anlass für Frohsinn und Vergnüglichkeit!
Dennoch machen wir hier gerade jetzt Lebensfreude zum Thema. Ein starker Kontrast? Ja! – Aber nicht nur. Denn wir denken bei „Lebensfreude“ an etwas, das tief im Menschen angelegt ist. Es muss nicht immer sofort für jede und jeden sichtbar sein. Eher ist es ein Grundton der Zuversicht, zu dem man erst einmal vorstoßen muss, der dann aber auch durch ernste Lebensphasen trägt.
Mit ihr sind wir nicht gefeit vor Trauer, Ärger oder Wut – beispielsweise über die weltweite Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich. Oder die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie – aber sie kann uns eine gewisse Gelassenheit „trotz allem“ vermitteln und dabei helfen, die Ansätze nicht zu übersehen, die Grund zu Hoffnung geben.
Lebensfreude ist etwas, das jeder anders empfindet. Um so mehr lohnt es, darüber mit anderen ins Gespräch zu kommen. Dazu möchten wir Sie einladen!

Titelfoto: (c) azgek/iStock

In diesem Heft versuchen wir, die Lebensfreude aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und einige ihrer vielen Facetten ans Licht zu heben: Für den Schweizer Ruheständler Hans Jutz hängt sie mit einem Gleichgewicht zwischen Geben und Empfangen zusammen – und mit einem Verankertsein im Hier und Jetzt. Die brasilianische Psychotherapeutin Valquíria Gonçalves de Oliveira in Wien beschreibt, warum innerer Friede und Versöhntsein mit sich selbst Voraussetzungen für Lebensfreude sind. Dass auch menschliche Schwächen zur Lebensfreude beitragen können, erklärt Barbara Richter aus Fürth, die jahrelange Erfahrung mit Clownauftritten hat. Was bremst Lebensfreude aus und wie kann man trotzdem zu ihr durchstoßen? Wie können wir verhindern, dass uns das Streben danach unter Leistungsdruck setzt? Wann ist Lebensfreude ansteckend? Fragen, die uns der Mediziner, Theologe und Ethiker Matthias Beck in Wien beantwortet.
Dem Geheimnis der Lebensfreude muss letztlich wohl jeder selbst auf die Schliche kommen. Wir können dafür nur Spuren legen und Anregungen geben…

Unser Wunsch als NEUE STADT-Redaktion und -Verlag: Kommen Sie lebensfroh und gesund durch den Sommer!

Herzlichst, Ihr

Clemens Behr

Ihre Meinung zu den Beiträgen in diesem Heft?
Schreiben Sie uns: Ich freue mich auf Ihre E-Mail

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Juli/August 2020)
Ihre Meinung ist uns wichtig, schreiben Sie uns! Anschrift und E-Mail finden Sie unter Kontakt.
(c) Alle Rechte bei Verlag Neue Stadt, München

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.