27. November 2012

“Vulkan der Liebe”

Von nst1

Begründer des Cursillo im deutschsprachigen Raum verstorben

„Du hast unserem Glaubensleben auf die ‚Sprünge’ geholfen.“ – „Du wolltest ein ‚Vulkan der Liebe’ sein und Du warst es! Danke für Deinen sprühenden Geist und die Feuersglut Deiner Liebe.“ Viele Einträge im Online-Kondolenzbuch der Wiener Claretiner drücken Dankbarkeit für ein glaubwürdiges Zeugnis und persönliche Freundschaft aus. Sie gelten Pater Josef Garcia-Cascales, dem Begründer der Cursillo-Bewegung im deutschsprachigen Raum. Er starb am 8. September im Alter von 84 Jahren in Wien. Der 1928 geborene spanisch-österreichische Ordensmann der Claretiner führte die Bewegung 1960 in Österreich ein und leitete selbst weit über 500 „kleine Kurse“ (spanisch: cursillo).
„Sein außerordentliches Charisma vermittelte tausenden Menschen die Liebe als zentrale Botschaft des christlichen Glaubens. Unverbrüchliche Treue zur Kirche hinderte ihn nicht, Krisen wahrzunehmen und Kritik offen auszusprechen“, heißt es in einer Mitteilung der Bewegung. Pater Josef wurde auch als Autor zahlreicher Publikationen bekannt.
Der Cursillo zählt zu den bedeutenden Erneuerungsbewegungen in der katholischen Kirche. Sie entstand im Jakobusjahr 1948 anlässlich einer Wallfahrt zum Apostelgrab in Santiago de Compostela. In besonderer Weise wissen sich die Anhänger dem Kirchenbild des Zweiten Vatikanischen Konzils – der Kirche als geschwisterlichem Volk Gottes – verpflichtet. Weltweit absolvierten nach Angaben der Bewegung bislang mehr als zehn Millionen Menschen einen „kleinen Kurs“, der zum Wesentlichen im christlichen Glauben hinführen soll. Ein Kurs dauert drei Tage; verantwortlich ist jeweils ein Team von Priestern und Laien.

Gabi Ballweg

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Oktober 2012)
Ihre Meinung ist uns wichtig, schreiben Sie uns! Anschrift und E-Mail finden Sie unter Kontakt.
© Alle Rechte bei Verlag Neue Stadt, München