12. Juli 2010

Wegbereiter der Ökumene

Von nst_xy

Vor 50 Jahren wurde der Päpstliche Einheitsrat gegründet

Der päpstliche Einheitsrat ist 50 Jahre alt. Auf Anregung des damaligen Paderborner Erzbischofs Lorenz Jaeger richtete Papst Johannes XXIII. am 5. Juni 1960 das „Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen“ ein. Erster Präsident der neuen Einrichtung wurde der aus der Nähe von Donaueschingen stammende deutsche Kurienkardinal Augustin Bea (1881 – 1968).
Nach dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils bestätigte Papst Paul VI. das Einheitssekretariat als ständige Einrichtung. Im Zuge der Neuordnung der Kurie durch Johannes Paul II. wurde 1988 aus dem „Sekretariat“ der „Päpstliche Rat für die Förderung der Einheit der Christen“. An seiner Spitze steht seit 2001 der frühere Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Kardinal Walter Kasper. Dem Gremium gehören gegenwärtig knapp 40 Mitglieder aus aller Welt an, darunter der Mainzer Kardinal Karl Lehmann. Ihnen stehen zahlreiche Fachleute als Berater zur Seite.
Die Aufgaben des Einheitsrates gehen in zwei Richtungen: Zum einen soll er „einen authentischen ökumenischen Geist innerhalb der katholischen Kirche fördern“, zum anderen „den Dialog und die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und christlichen Weltgemeinschaften“ voranbringen. Darüber hinaus ist dem Einheitsrat die „Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum“ angeschlossen.
An den bedeutenden Fortschritten im ökumenischen Gespräch in den vergangenen Jahrzehnten war der Einheitsrat maßgeblich beteiligt. Dazu gehört insbesondere die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ von 1999. Dennoch sieht Kardinal Kasper die wichtigsten ökumenischen Fortschritte nicht in Ereignissen und Dokumenten, sondern in der „Tatsache, dass wir uns als Brüder und Schwestern in Christus wiederentdeckt, uns schätzen gelernt und uns gemeinsam auf den Weg zur vollen Einheit gemacht haben.“ kna

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Juli/August 2010)
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