18. Juli 2011

Impulse zur Sommerzeit

Von nst_xy

Sommerzeit ist für die meisten Ferienzeit. Abschalten, Ausruhen, Auftanken ist angesagt, egal ob zu Hause oder ganz woanders. Vielleicht ist der eine oder andere der folgenden Impulse eine Hilfe dafür.
Wo auch immer Sie die kommenden Monate verbringen:
Wir wünschen Ihnen eine gute und erholsame Sommerzeit!
Ihre Redaktion

Eine Beobachtung (1600 Jahre alt!)
Die Menschen reisen in fremde Länder
und staunen über die Höhe der Berge,
die Gewalt der Meereswellen,
die Länge der Flüsse,
die Weite des Ozeans,
das Wandern der Sterne.
Aber sie gehen ohne Staunen aneinander vorbei.
Aurelius Augustinus

Urlaub ist die doppelte Chance,
einfach nur zu leben und zugleich mal wieder einfach zu leben.
Für beides sind die Kinder unübertroffene Lehrmeister.
Klaus Reichert

Aus-Zeit
Es ist wahr, auch daheim umgibt uns Gottes schöne Welt, auch ist Gottes Macht nicht minder in unserem Garten, auf Feld und Wiese, in Wald und Fluss erkennbar; aber der alltägliche Mensch muss bisweilen dem Alltäglichen aus dem Wege gehen, damit er für das Alltägliche endlich wieder offenen Sinn und Verstand empfängt.
Adolph Kolping

Stille ist nicht auf den Gipfeln der Berge,
Lärm nicht auf den Märkten der Städte;
beides ist in den Herzen der Menschen.
Laotse

Und wenn wir die ganze Welt durchreisten, um das Schöne zu finden:
Wir müssen es in uns tragen, sonst finden wir es nie.
R. W. Emerson

In uns oder nirgends
In Bertolt Brechts „Leben des Galilei“ antwortet  Galilei auf die wiederholte Frage, wo denn Gott in seinem System sei:
„In uns oder nirgends.“
Gott in uns? Dann müsste ich ihn längst schon gefunden haben!? Wirklich?
Laufen wir nicht täglich vor uns selber davon? Haben wir überhaupt Zeit für uns? Nicht, um uns wieder abzulenken, sondern Zeit für uns ganz persönlich. Im Sinne von Karl Valentin: „Heute gehe ich mich besuchen; mal schauen, ob ich auch daheim bin.“
Dort, wo ich ganz bei mir selber bin, mich aushalte oder mich an mir freue, da kann es passieren, dass ich auf einmal nicht mehr allein bin, sondern mich von einem andern, einem Du angesprochen weiß. Ich spüre seine Nähe … Wenn Gott nicht in mir ist, wie sollte ich ihn dann woanders finden?
Vielleicht aber habe ich Gott auch schon mal in einem anderen Menschen gefunden, als ich mich selbst ganz, ganz leer fühlte … „In uns oder nirgends“ – wenn nicht spürbar in mir, vielleicht in einem anderen?
Ausschau halten nach Gott, indem ich versuche, ganz bei mir selber zu sein.
Ausschau halten nach Gott, indem ich versuche, ganz beim anderen zu sein: mein doppeltes Leitmotiv für heute!

Aus:
Ferien! Impulse für die Seele. Marcus C. Leitschuh. Verlag Neue Stadt 2004. Bestellen
Drei Minuten für die Seele. Gerhard Bauer. Verlag Neue Stadt 2006. Bestellen

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Juli/August 2011)
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