Hannah Arendt – Life of Pi
2 neue Kinofilme
Hannah Arendt oder: Die Liebe zur Welt
von Margarethe von Trotta
Packend und berührend: Das Porträt der vielleicht wichtigsten politischen Denkerin der Nachkriegszeit lässt erahnen, was es für die aus NS-Deutschland in die USA emigrierte Jüdin bedeutet haben mag, „dahin zu denken, wo es weh tut“. Im Zentrum steht ihre Berichterstattung über den Eichmann-Prozess mit der These von der „Banalität des Bösen“.
Schmerzlich: Wie Arendt dadurch, dass sie sich der Klarheit ihrer Gedanken verpflichtet, Freunde verliert und in eine Hetzkampagne gerät. Wunderbar: Wie englische Passagen deutsch untertitelt sind und Arendt mit ihrem schrecklichen Akzent wunderbare Dinge sagt.
Von Trotta zeichnet ein komplexes Bild der Person, Ehefrau, Freundin und Denkerin. Ein Gewinn – ob man nun sämtliche Werke Arendts oder nur ihren Namen kennt.
Klara Sucher
Start: D 10.1.; CH 17.1.; A 22.2.
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger
von Ang Lee
Der junge Pi Patel ist seit frühester Kindheit mit Tieren vertraut, denn seine Eltern betreiben einen Zoo im französisch-indischen Pondicherry. Eines Tages versucht die Familie mitsamt den Tieren nach Kanada auszuwandern, doch sinkt das Frachtschiff in einem schweren Seesturm. Die einzigen Überlebenden sind Pi und der gefährliche Tiger Richard Parker, von dem der Vater sagte, dass er nie ein Freund des Menschen sein kann.
Mit betörend ästhetischen 3D-Bildern transportiert Ang Lee die erfolgreiche Romanvorlage von Yann Martel auf die Leinwand. Herausgekommen ist ein zutiefst religiöser Film, eine Parabel mit biblischen Bezügen zu Hiob und Noah, die grundsätzliche Fragen unserer Existenz behandelt und in denen der Glaube an Gott auf die Probe gestellt wird.
Markus Thiel
Start: A + CH + D 26.12.
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Januar/Februar 2013)
Ihre Meinung ist uns wichtig, schreiben Sie uns! Anschrift und E-Mail finden Sie unter Kontakt.
(c) Alle Rechte bei Verlag Neue Stadt, München