15. April 2015

Taufpraxis und Tauftraditionen

Von nst1

Halbzeit für lutherisch-katholisch-mennonitischen Dialog

Der auf fünf Jahre angelegte trilaterale Dialog über die Taufe zwischen dem Lutherischen Weltbund (LWB), der Mennonitischen Weltkonferenz (MWK) und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen hat Halbzeit. Im Februar traf sich die trilaterale Kommission in Elspeet (Niederlande) zu ihrer dritten Tagung mit dem Thema „Taufe: Gnade und Glauben weitergeben“. Neben den Beiträgen aller Dialogparteien standen vor allem die Taufriten der mennonitischen Tradition im Mittelpunkt. Außerdem blickte man auf die vorhergehenden beiden Tagungen zurück und einigte sich auf eine Gliederung des Abschlussberichts, der 2017 vorgelegt werden soll.

Dass die Kommissionsmitglieder täglich gemeinsam in der Bibel lesen, schaffe eine Atmosphäre des gegenseitigen Austauschs und Vertrauens, unterstrich die Assistierende LWB-Generalsekretärin für Ökumenische Angelegenheiten, Pfarrerin Kaisamari Hintikka. Zum bisherigen Dialogprozess sagte sie: „Betrachtet man die leidvollen Erfahrungen, die die drei christlichen Kirchengemeinschaften vor 500 Jahren machten, ist es bemerkenswert, dass wir in der Lage sind, heute zusammenzukommen und auf respektvolle Weise das Thema Taufe zu diskutieren, welches zur Zeit der Reformation eine Verfolgung der Täuferinnen und Täufer – deren Tradition die mennonitische Gemeinschaft heute fortführt – durch die lutherische wie die katholische Seite verursachte.“

Die vierte Tagung der trilateralen Kommission soll vom 28. Februar bis 4. März 2016 in Kolumbien stattfinden mit dem Thema: „Nachfolge: Die Taufe leben“.
gba

 

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2015)
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