Unsere Nachrichtenauslese

Um die Zukunft Europas und die Migrationsphänomene ging es bei einer Begegnung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Gründer von Sant’Egidio, Andrea Riccardi, in Berlin. Riccardi berichtete von den humanitären Korridoren, die seine römische Basisgemeinschaft schon mehrfach für Flüchtlinge eingerichtet hat, um sie sicher nach Europa zu bringen.
Infos: santegidio.org

Neuer Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB) ist Musa Panti Filibus. Der Erzbischof der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria  wurde bei der LWB-Vollversammlung in Namibia gewählt und folgt auf Bischof Munib A. Younan. Weiterer Schwerpunkt in Windhuk war die Feier zum „Geburtstag einer Weltbürgerin“: 500 Jahre Reformation.
Mehr: de.lutheranworld.org

Eine historische Vereinbarung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe haben die katholische und die koptisch-orthodoxe Kirche geschlossen. In Kairo unterzeichneten Papst Franziskus und Patriarch Tawadros II. eine gemeinsame Erklärung. Darin erkennen beide Seiten die Taufe der jeweils anderen Kirche als gültig an. Das sorgte aber auch für Unruhe: Vor allem in den sozialen Netzwerken werfen viele Kopten Patriarch Tawadros vor, damit eine Unterordnung der koptischen unter die katholische Kirche zu akzeptieren.
Mehr: de.radiovaticana.va

Ohne Gott ist kein Staat zu machen. Davon ist Bundestagspräsident Norbert Lammert überzeugt. Er sprach am 2. Juni bei einem Gebetsfrühstückstreffen in Berlin. Unter dem Motto „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ nahmen rund 350 Politiker, Diplomaten, Kirchenvertreter und Führungskräfte aus 48 Ländern teil. Auch ein moderner Staat sei ohne Gott nicht möglich, sagte Lammert: „Aber Gott macht keinen Staat. Das müssen wir schon selber machen.“

Die 50-Jahr-Feier der „Charismatischen Erneuerung“ war bewusst ökumenisch angelegt: An Pfingsten kamen dazu 50 000 aus etwa 120 Ländern nach Rom – nicht nur Katholiken, sondern auch Anglikaner, Lutheraner, Pfingstler, Freikirchler. Im Beisein des Papstes beteten sie am Vorabend des Festes singend, die Hände erhoben, um den Heiligen Geist. Franziskus hatte zuvor bei einer Audienz mit Leitern evangelikaler und charismatischer Gemeinschaften zu ökumenischer Zusammenarbeit aufgerufen und in freier Rede hinzugefügt: „Danke für das, was ihr tut, um für die Einheit der Christen zu arbeiten, alle zusammen.“ – Die Katholische Charismatische Erneuerung entstand 1967 als missionarische Studentenbewegung in den USA.
Mehr: erneuerung.de und erneuerung.at

Die Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ) bezieht Stellung gegen Terrorismus: Zum ersten Mal unterzeichneten alle 300 der IGGÖ zugehörigen Imame eine Deklaration gegen Terror und Extremismus im Islamischen Zentrum in der Moschee in Wien-Floridsdorf. Die Deklaration, die an sämtliche Parlamentarier, die Medien sowie die anderen Religionsgemeinschaften übermittelt wird, soll nicht die letzte Aktion dieser Art bleiben. Noch im Sommer ist eine Menschenkette vom Islamischen Zentrum zur nächsten katholischen Pfarrei geplant.

Die 17 interkulturellen Frauentreffs im Kanton Bern erhielten den Förderpreis der Fachstelle Migration der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. In den Treffs leisten Frauen mit und ohne Migrationshintergrund seit Jahren meist ehrenamtlich Integrationsarbeit, heißt es in der Mitteilung. Zum Angebot gehören beispielsweise Deutsch-, Schwimm- und Velokurse oder Informationen zum Schweizer Schulsystem, zu Erziehung und Gesundheit. Auch finden Diskussionen über Gewalt in der Familie, die Rechte der Frau oder religiöse Symbole statt. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 5 000 Franken dotiert.
Mehr: www.interkulturelle-frauentreffs.ch

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Juli/August 2017)
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