Geh doch!
Bei Naomi zu Hause ist immer viel los. Oft kommen ihre Cousinen und Cousins zum Spielen. Einmal waren sie alle zusammen draußen. Ein Nachbarsjunge beobachtete die lustige Gruppe. Sie fragten ihn, ob er nicht mitspielen wollte. Aber er lehnte mürrisch ab. Als Naomi in seine Nähe kam, stellte er ihr ein Bein, und sie fiel hin. Gott sei Dank tat sie sich nicht sehr weh. Aber sie war wütend! „Wie kannst du nur?“, schrie sie aufgebracht. „Ich habe dir nichts getan! Wenn du schlechte Laune hast, dann geh doch und lass uns in Ruhe!“
Sie drehte sich um und spielte weiter mit den anderen. Der Junge blieb stehen, sah aber sehr traurig aus. Nach einer Weile lief Naomi wieder zu ihm hin: „Entschuldige, dass ich dich angeschrien habe. Ich war echt wütend!“, sagte sie zu ihm. „Aber dir geht es nicht so gut, oder? Komm spiel doch mit!“ Der Junge schaute sie erstaunt an. Dann entschuldigte er sich bei Naomi und erzählte ihr, dass seine Freunde ihn nicht mitgenommen hatten, als sie zum Spielen gegangen waren. „Aber mit euch ist es ja vielleicht viel lustiger“, grinste er dann und rannte zu den anderen, die Naomi und ihn interessiert beobachtet hatten.
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2010)
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