10. Juni 2010

Abraham-Karawane

Von nst_xy

Interreligiöses Kunstprojekt zum Kulturhauptstadtjahr
Mit einem interreligiösen Kunstprojekt haben sich die drei europäischen Kulturhauptstädte 2010 untereinander verbunden. Im Rahmen der so genannten „Abraham-Karawane“ wurde Ende Mai eine 100 Kilo schwere und anderthalb Meter hohe Stahlskulptur mit den Symbolen von Christentum, Judentum und Islam von Essen nach Pecs in Ungarn und Istanbul in der Türkei gebracht. Die Rundtour per Lastwagen machte an insgesamt 13 Stationen halt und endete wieder in Essen.

Bei der von den Künstlern Gregor Merten und Carmen Dietrich geschaffenen Skulptur handelt es sich um ein Rad aus Stahl, das mit einem Kreuz, einem Davidstern und einem Halbmond versehen ist. Der Umriss des Rad-Innenraums ergibt die Figur eines Engels, der in allen drei Religionen als Bote zwischen Gott und den Menschen gilt. Deshalb steht die Aktion auch unter dem Titel „Engel der Kulturen“.

Die Künstler sehen in ihrem Werk ein „Symbol der Toleranz und Verständigung“ und ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit“. Die nach dem in allen drei Religionen verehrten Abraham benannte Karawane solle eine „Spur des Friedens“ legen. Von Essen aus führte die Route über Augsburg, die Stadt des „Religionsfriedens“, in europäische Städte, wo es noch bis vor wenigen Jahren gewalttätige Konflikte zwischen Angehörigen verschiedener Religionsgemeinschaften und Volksgruppen gab, darunter Tuzla, Sarajevo und Skopje. KNA

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Juni 2010)
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