Nichts zu verlieren
Beobachtet und beschrieben von: Ulrike Comes
„Male mir einen Nikolaus!“, bat mich mein kleines Patenkind. Habe ich versucht. Ihr Kommentar: „Mama macht das viel besser.“ Damit ist alles über meine zeichnerische Kompetenz gesagt. Trotzdem habe ich neulich – 15 Jahre nach dem Nikolaus – mit einer Freundin den Versuch gestartet, Keramik zu bemalen. Der Kaffee schmeckt hervorragend aus meiner neuen Tasse.
Neuerdings frage ich mich häufiger: „Was habe ich zu verlieren?“ Überraschend oft ist die Antwort: „Nichts!“ Sei es beim Malen, einem professionellen Fotoshooting oder dem Vorhaben, ein Neun-Gänge-Menü zu kredenzen – es lohnt sich, immer mal wieder Grenzen infrage zu stellen.
Gottes Liebe und Kreativität sind grenzenlos. Was würde ich alles verlieren, wenn ich mich darauf nicht einlasse!

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Der Artikel oben ist erschienen in der NEUEN STADT, Mai/Juni 2026.
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