Leben mit dem Wort – Oktober 2012
Kernsätze
- Christus nachzufolgen verlangt Entschlossenheit und Ausdauer. Dagegen neigt man in unserer Zeit dazu, sich zu arrangieren oder Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen.
- Wenn wir die Herausforderung annehmen, werden wir in unserem Christsein reifen. Wir werden erfahren, dass das in Erfüllung geht, was Jesus verspricht.
- Trauen wir dem Wort Jesu! Stellen wir nicht in Frage, was er von uns verlangt! Richten wir unser Leben an seinem Wort aus!
Hintergrund
Die Geschichte vom wunderbaren Fischzug ist eingebettet in die Erzählung von der Berufung der ersten Jünger. Im Markus-Evangelium (Mk 1,16-20) kündigt Jesus den vier neu berufenen Jüngern gemeinsam an, dass er sie zu Menschenfischern machen wird. Er dreht damit das Gerichtswort des Propheten Jeremias („Fischer sollen sie fangen“; Jer 16,16) in ein Heilswort um.
Bei Lukas dagegen richtet Jesus diese Ankündigung nur an Petrus und weist damit auf die führende Rolle hin, die dieser einnehmen wird. Jesus spricht auch nicht von „Menschen fischen“, sondern von „Menschen fangen“: Fischen tötet, fangen kann Rettung vom Tod bedeuten. (In diesem Sinn wird das entsprechende Wort in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments verwendet.)
Der wunderbare Fischzug erinnert aber auch an die Erzählung von der Erscheinung des Auferstandenen am See, wie sie im Johannesevangelium berichtet wird (Joh 21,1-14). Dort symbolisieren die Jünger bereits die ganze Kirche, und der Fischfang bezeichnet die Missionsarbeit, die erst dann fruchtbar wird, wenn die Jünger Jesu nicht in eigener Regie arbeiten, sondern im Dienst ihres Meisters.
Quelle: Stuttgarter Neues Testament
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Oktober 2012)
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