Einheit als Lebensthema

Ohne Chiara Lubich gäbe es die NEUE STADT nicht. Die Zeitschrift ist – 1956 zuerst in Italienisch, seit Anfang 1958 auch mit einer deutschsprachigen Ausgabe – aus dem Leben heraus entstanden, das sich um die Italienerin und ihre Gefährtinnen und Gefährten zu entwickeln und auszubreiten begann.

Die Einheit, die geeinte Welt, eins werden, eins sein mit Gott und untereinander, das war ihr großes Lebensthema. Aus dem Evangelium heraus zu leben, die zwischenmenschlichen Beziehungen zu gestalten, sich für eine sozialere, menschlichere und friedlichere Gesellschaft einzusetzen, war ihr das Herzensanliegen. Ihr Charisma, die von ihr begründete Fokolar-Bewegung und ihre Spiritualität sind kirchlich anerkannt. Auch außerhalb dieser Bewegung inspiriert Chiara Lubich in allen Erdteilen Menschen in Politik, Wirtschaft, Kunst, Medien, in vielen Bereichen der Gesellschaft.

Foto: (c) CSC audiovisivi

Die einstige Grundschullehrerin aus Trient starb am 14. März 2008. Am 22. Januar wäre sie 100 Jahre alt geworden. Ist ihre Botschaft heute noch aktuell? Kommt sie bei den Menschen an? Was ist deren Kern, den es immer wieder neu herauszuschälen gilt? Und wo gibt es Verkrustungen, Routinen, die aufgebrochen werden müssen? Für was braucht es ein Update, eine Frischzellenkur, eine Anpassung an sich ändernde Zeiten oder Rahmenbedingungen? Wo ist Umkehr erforderlich, Herz- und Horizonterweiterung, Erneuerung? Das sind Herausforderungen, die die Fokolar-Bewegung derzeit – fast zwölf Jahre nach dem Tod ihrer Gründerin – beschäftigen. Kreative Treue ist gefragt: Die Treue zu dem, was die Ursprungsideen und Ursprungserfahrungen in ihrem Wesen ausmacht, aber mit einer schöpferischen Findigkeit, die auf den Wandel von Kultur und Mentalität, Sprache und Verstehen eingeht.

Das Jubiläum ist für die Bewegung Anlass zur Dankbarkeit. Zugleich ist es Gelegenheit, auf eine Spiritualität aufmerksam zu machen, die den Alltag vieler Menschen bereichert und aus dem sie Sinn für ihr Leben ziehen. Deshalb widmen auch wir das Schwerpunktthema in diesem Heft Chiara Lubich, ihrem Charisma und ihrem Werk, und gehen den Fragen nach: Was hat sie Neues gebracht? Was kann sie der Kirche geben? Was hat die Bewegung in die Gesellschaft einzubringen?
Ein Leben von 88 Jahren und eine Bewegung, die seit 76 Jahren besteht, lassen sich auf wenigen Seiten nur in groben Zügen skizzieren. Wir wollen erinnern, zum Nachdenken anstoßen und Impulse setzen. Und hoffen, dass Sie in diesem Magazin auf wertvolle Anregungen stoßen. Teilen Sie uns gern mit, ob das gelungen ist, was Sie anders sehen, was Sie vermissen oder wo Sie etwas ergänzen würden.
Herzlichst, Ihr

Clemens Behr

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(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Januar/Februar Ausgabe 2020)
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