21. November 2013

Leben mit dem Wort November 2013

Von nst1

Kernsätze

  • Güte bedeutet, den anderen Gutes wollen.
  • Barmherzigkeit heißt, die anderen anzunehmen, wie sie sind, nicht so, wie wir sie gerne hätten.
  • Vergebung bedeutet, die anderen immer wieder mit neuen Augen sehen.

Hintergrund

Barmherzigkeit ist ein Begriff, der fest zum christlichen Sprachgebrauch gehört. Er verweist auf einen Lebensstil, der sich an der Nächstenliebe orientiert. Verschiedene Initiativen, Ordensgemeinschaften und Geistliche Bewegungen haben ihn in ihren Namen aufgenommen. Auch für die beiden großen Hilfswerke Diakonie und Caritas ist Barmherzigkeit eine der wichtigsten Antriebsfedern.
Seit dem Mittelalter sind die jeweils sieben leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit bekannt. Die Aufzählung der „leiblichen Werke“ weist deutliche Parallelen zur Schilderung vom Weltgericht (Matthäus 25,31-46) auf: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen, Kranke besuchen, Gefangene besuchen, Tote begraben.
Die geistigen Werke der Barmherzigkeit sind: Unwissende lehren, Zweifelnden raten, Betrübte trösten, Sünder zurechtweisen, Lästige geduldig ertragen, denen, die uns beleidigen, gerne verzeihen, und für Lebende und Tote beten.
In verschiedenen Internet-Plattformen kursiert auch eine interessante Liste von „modernen Werken der Barmherzigkeit. Heute barmherzig sein heißt demnach einem Menschen zu sagen: „Du gehörst dazu.“ – „Ich höre dir zu.“ – „Ich rede gut über dich.“ – „Ich gehe ein Stück mit dir.“ – „Ich teile mit dir.“ – „Ich besuche dich.“ – „Ich bete für dich.“

Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, November 2013)
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