In kurzer Zeit drei Eimer voll!
Erfahrungsberichte
In kurzer Zeit drei Eimer voll!
Um alles dürfen wir bitten, hieß es im Wort des Lebens vom Juli: „Alles, was zwei von euch auf Erden erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten, denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,19). Aber galt das auch für ganz Alltägliches?
Kurz vor seinem 20. Geburtstag wollte ich von meinem Enkel wissen, was er sich von mir wünscht. „Oma, einen Johannisbeer-Baiser-Kuchen mit roten Beeren“, antwortete er sofort. Aber in unserem Garten hatten wir unsere Johannisbeerbüsche im vergangenen Herbst alle roden müssen, weil sie schon so alt waren. Die jungen Pflanzen waren noch nicht so weit, dass sie schon Früchte trugen. Weil ich meinem Enkel aber nicht absagen wollte, bat ich Jesus um Johannisbeeren, „aber rote!“. Immer wieder, wenn mir der Gedanke daran in den Kopf kam, schickte ich ihn nach oben.
Gegen Abend kam dann ein Anruf von einer alten Frau aus unserem Ort: „Kannst du Johannisbeeren brauchen?“ O, wie war ich froh! Gern machte ich mich auf den Weg, um sie abzuholen. Es waren sogar noch mehr, als ich für den Kuchen benötigte. „Gott sei Dank! Du kümmerst dich um unsere kleinen Bedürfnisse und erhörst unsere Gebete!“
Vier Tage später kam dann wieder ein Anruf, dieses Mal von meiner Schwester, die fragte, ob ich mit ihr auf einem Acker voller junger Johannisbeerbüsche, die maschinell nicht geerntet werden können und ungespritzt sind, die Beeren pflücken wolle. Gerne sagte ich zu und in kurzer Zeit hatte ich drei Eimer voll, die ich dann zum Teil auch weiter verschenken konnte. Ist das nicht wundervoll? Gott sei Lob und Dank!
E.Z.
Damit hatten wir nicht gerechnet.
Zu viert wollten wir in den Ferien von einem Berg, den wir mit der Seilbahn erreichten, über einen anderen Berggipfel bis zur Seilbahn-Mittelstation absteigen und von dort aus mit der Bahn wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren.
Trotz vorher eingeholter Informationen waren der Weg und das Wetter voller Überraschungen. Als wir den Weg und auch den zweiten Gipfel nach einigem Suchen endlich fanden, zogen sich über uns dicke schwarze Wolken zusammen. Kurz darauf gingen auch schon Blitz, Donner und Regen nieder, womit wir natürlich nicht gerechnet hatten und wofür wir auch nicht ausgerüstet waren.
Als die ausgeschilderten Weg- und Zeitangaben uns immer mehr irritierten, baten wir den himmlischen Vater, den wir „um alles bitten sollen“, um Nachlassen des Regens und Abwendung von Unheil. Mittlerweile wurde uns klar, dass wir die letzte Seilbahn am Abend an der Mittelstation nicht mehr erreichen würden und durchnässt und bei anhaltendem Regen ins Tal absteigen müssten. Als dann vor uns ein Auto aus einem Grundstück herausfuhr, dachten wir zunächst: „Wer nimmt schon vier triefende, patschnasse Männer in seinem Auto mit?“ Trotzdem winkten wir und versuchten, uns bemerkbar zu machen. Zu unserem großen Erstaunen hielt das Auto an. Um uns entgegenzukommen, legte der Fahrer sogar den Rückwärtsgang ein und fuhr zurück, uns entgegen. Er verstand schnell, was wir brauchten, und ließ uns ganz selbstverständlich einsteigen. Während der langen Fahrt zu unserem Ausgangspunkt im Tal wuchs unsere Dankbarkeit mit jedem Meter und wir konnten nicht anders, als von einem „Zeichen des Himmels“ zu sprechen.
G.S.
Bisher war keiner zu einem Spiel gegangen.
Seit einiger Zeit hatte ich große Schwierigkeiten zu Hause: Ich stritt oft mit meinem kleinen Bruder. Wenn er von der Schule zurückkam, blieb ich in meinem Zimmer, um nicht gleich wieder zu streiten. Ich kam erst heraus, wenn ich die Tür zufallen hörte, weil er zum Fußballtraining ging.
Der Fußball war ein Grund für unsere ewigen Streitereien. Für ihn war er das Wichtigste in seinem Leben, viel wichtiger als die Schule. Das Zeugnis sah auch entsprechend aus. Weil sie nicht mehr wussten, was sie sonst tun sollten, beschlossen meine Eltern, ihm den Fußball zu streichen.
Im ersten Moment war mir diese Entscheidung egal, ja, ich freute mich eigentlich darüber. Aber dann habe ich mich in die Haut meines Bruders versetzt und versucht, die Sache mit seinen Augen zu betrachten. Dabei fiel mir auf, dass keiner aus unserer Familie jemals zu einem Fußballspiel gegangen war, bei dem er mitspielte.
Daher habe ich meinen Eltern vorgeschlagen, Artur zu überraschen. Als er bei der Halbzeit merkte, dass wir alle da waren, hat er sich selbst beim Spiel übertroffen. Nach dem Spiel kam er glücklich und gerührt zu uns gelaufen.
Interessant ist, dass er seit jenem Spiel wieder mehr in der Schule mitarbeitet und auch zu Hause mehr dafür tut. Ich habe ihm dann auch oft bei den Hausaufgaben geholfen und wurde ein Fan von diesem großartigen Fußballer!
L. (Brasilien)
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, November 2014)
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