8. November 2009

Interreligiöse Schule

Von nst_xy

Das Bistum Osnabrück plant ein deutschlandweit einmaliges Schulprojekt.

Voraussichtlich ab 2011 will das Bistum Osnabrück in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde und islamischen Organisationen in Osnabrück eine Grundschule für Kinder aller drei Religionen betreiben. Die Schule soll die Freiheit zum je eigenen Bekenntnis fördern und helfen, dass die Kinder etwas von den anderen Religionen erführen.
Die Osnabrücker Johannis-Grundschule ist derzeit noch eine Schule für „Schüler katholischen Bekenntnisses“ in Trägerschaft der Stadt. Weil die Erfüllung der für Bekenntnisschulen vorgeschriebenen Quote immer schwieriger wird, entwickelte die Diözese die Idee einer „Schule der abrahamischen Religionen“ in Trägerschaft der Bistums-Schulstiftung in Zusammenarbeit mit Juden und Muslimen.
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, Michael Grünberg, nannte das geplante Schulprojekt „die Fortsetzung des Dialoges zwischen den Religionen in der Stadt.“ Der Vorsitzende des Rates der muslimischen Organisationen in Niedersachsen, Avni Altiner, sprach von einem Signalcharakter für ganz Deutschland.
Zunächst muss die Stadt als derzeitiger Schulträger der Umwandlung der 1000 Jahre alten Bekenntnisschule in eine Schule in freier Trägerschaft zustimmen, hieß es. Die Kostenfrage sei noch offen, erklärte der Leiter der Schulabteilung im Bischöflichen Generalvikariat, Winfried Verburg. Er nannte eine zweizügige Schule mit rund 200 Kindern realistisch. Der Religionsunterricht erfolge in der jeweiligen Konfession. Trotz des Verzichts auf interreligiösen Religionsunterricht sollen alle Bekenntnisse die jeweiligen Feste im Jahr gemeinsam erleben.
kna/gba

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, November 2009)
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