Leben mit dem Wort Februar 2013
Kernsätze
– Wenn wir das Gebot der Liebe leben, nimmt Gott Besitz von uns. Wir erfahren Lebendigkeit, Friede, Freude, unser Leben wird klar und stimmig, die Trennung zwischen Glauben und Leben wird aufgehoben.
– Die Nächstenliebe ist eine Quelle ständiger Erneuerung. Sie verhindert es, dass sich im „Leib“ des Volkes Gottes Verhärtungen und Verkrustungen bilden oder gar Teile absterben.
– Unsere Nächstenliebe wäre nicht stimmig, wenn sie nicht als Erstes denen gelten würde, mit denen wir zusammenleben.
Hintergrund
Aus 1 Johannes 2,19 kann man herauslesen, dass es innerhalb der Gruppe der johanneischen Gemeinden zu einem Konflikt gekommen ist. Es deutet alles darauf hin, dass es sich um Streit über das richtige Christusverständnis gehandelt hat.
Zur Frage, worum genau es bei diesen Streit ging, gibt es unzählige theologische Thesen. Denkbar ist, dass es sich bei der vom Autoren des Briefes bekämpften Gruppe um eine theologische Strömung gehandelt hat, die das Heil als etwas rein Individuelles verstand, vielleicht sogar von einer grundsätzlichen und wesenhaften Sündlosigkeit des Menschen ausging.
Der Verfasser des Briefes verweist auf die Bruderliebe als notwendigen Weg zum Heil. Und er nimmt für sich in Anspruch, zu den ersten Zeugen zu gehören und die verbindliche Interpretation der Tradition vorzutragen.
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Januar/Februar 2013)
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