Noch Plätze frei
Humanist plädiert für Teilnahme am interreligiösen Dialog.
Das Gebet der Religionen für den Frieden hat in Darmstadt Tradition: Seit 1997 wird es gepflegt. Eingeladen dazu hatten Anfang Mai auch in diesem Jahr Christen, Muslime, Aleviten und Bahá’í. Joachim Grebe, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Humanistischen Verband Deutschland (HVD), ist – auf Einladung – erst seit kurzem Mitglied des „Interreligiösen Arbeitskreises in Darmstadt“ und war zum ersten Mal Gast.
Beim Verlesen von Texten, die das Thema Frieden aus der jeweiligen Perspektive der Religionsgemeinschaften beleuchteten, stellte er fest, dass eine Stellungnahme aus der Gruppe der Konfessionsfreien fehlte. Aufgrund des Titels „Religionen für den Frieden“ habe er „sich nicht so recht“ zur Vorbereitung eingeladen gefühlt, heißt es in seinem ausführlichen Bericht. 1)
Grebe schildert, dass er sich „wegen ihres überraschend humanistischen Inhaltes“ am gemeinsamen Sprechen der abschließenden „Verpflichtung der Religionen und Weltanschauungen“ beteiligte. Er habe die Erklärung nach der Ergänzung der Worte „und Weltanschauungen“ an drei Stellen des Textes „voll und ganz mittragen“ können. Der verlesene Text lebte „ja nicht von religiösen Bekenntnisaussagen, sondern bei genauerem Hinsehen vom Bekenntnis zu den allgemeinen Menschenrechten, die alle Menschen als Menschen verbinden.“
Deshalb plädiert Grebe nun dafür, „dass Konfessionsfreie und insbesondere HumanistInnen sich aktiv in den interreligiösen und interkulturellen Dialog einmischen sollten.“ So könne spürbar werden, „dass der atheistische Humanismus zu den Themen Frieden, Gewaltfreiheit, Solidarität, Toleranz und Dialog Entscheidendes beizutragen hat.“
gba
1) www.hvd-hessen.de; Interkonfessioneller Dialog – noch Plätze frei für Humanisten
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Juli/August 2013)
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