12. November 2014

Amtseinführung

Von nst1

Neuer serbisch-orthodoxer Bischof für Deutschland

Anfang September hat Patriarch Irinej mit einem Festgottesdienst den neuen serbisch-orthodoxen Bischof von Deutschland eingeführt. Der 39-jährige Sergije Karanovic war bisher Abt des Klosters Rmanj in Bosnien-Herzegowina und übernimmt seine neue Aufgabe in einem schwierigen Moment: Die Justiz ermittelt gegen drei Personen, die als Angestellte der Diözese Vermögenswerte veruntreut haben sollen. Die Diözese hatte nach eigenen Angaben selbst Anzeige erstattet.

Der im Mai in Belgrad zum Bischof gewählte Karanovic erhielt Ende Juli in der serbischen Hauptstadt die Bischofsweihe. 1975 im serbischen Backa Palanka geboren, trat er mit 20 Jahren ins Kloster ein. Kurz vor dem Ende des Krieges in Bosnien-Herzegowina wurde er mit den übrigen Mönchen seines Klosters Rmanj nach Serbien vertrieben. 1997 und 1998 lernte er am Ostkirchlichen Institut in Regensburg Deutsch. Im Jahr 2000 war er in Bosnien-Herzegowina als Stellvertreter des Bischofs von Bihac-Petrovac mit den schwierigen pastoralen Aufgaben nach dem Balkankrieg konfrontiert, wo der serbisch-orthodoxen Kirche großes Misstrauen entgegenschlug. Von 2005 bis 2010 studierte Karanovic im griechischen Thessaloniki orthodoxe Theologie. Parallel kümmerte er sich um den Ausbau seines Klosters Rmanj und wurde 2008 dessen Abt.

Zur serbisch-orthodoxen Kirche gehören in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen. Bischofssitz ist seit 1979 in Hildesheim-Himmelsthür.
gba

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, November 2014)
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