9. März 2015

Aleviten im Medienrat

Von nst1

In NRW erhält die Glaubensgemeinschaft erstmals einen Sitz.

Mit Beginn der neuen Amtsperiode im März sind Aleviten in Nordrhein-Westfalen (NRW) durch einen eigenen Sitz in der Medienkommission der Landesanstalt für Medien (LfM) vertreten. Die LfM ist für die Kontrolle des Privatfunks in NRW zuständig, die Medienkommission das oberste Beschlussorgan der Aufsichtsbehörde. Erstmals bekommen Aleviten damit einen Sitz in einem Gremium der insgesamt 14 Landesmedienanstalten in Deutschland.

Der nordrhein-westfälische Landtag hatte im vergangenen Jahr beschlossen, das Landesmediengesetz zu ändern. Für die Dauer von sechs Jahren stehen fünf zusätzliche Sitze für Verbände zur Verfügung, die bislang noch nicht in der Kommission vertreten sind. In seiner Sitzung am 18. Dezember hat der Landtag den Aleviten dann einen dieser Plätze zugesprochen. Drei weitere Sitze gingen an die Landesverbände der Europa-Union, des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) und des Deutschen Beamtenbundes. Einen gemeinsamen Sitz bekamen die Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW und das Schwule Netzwerk NRW. Die jüdischen Gemeinden, die evangelischen Kirchen und die katholische Kirche sind bereits dauerhaft mit jeweils einem Sitz in dem Gremium vertreten.

In Nordrhein-Westfalen leben nach einer im Jahr 2010 veröffentlichten Studie des Sozialministeriums zwischen 115 000 und 135 000 Aleviten. In Deutschland sollen insgesamt rund 550 000 Aleviten leben, die von der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF) vertreten werden. Ihr Landesverband in NRW hat nun das Entsenderecht für die LfM-Medienkommission. Der Vertreter der Aleviten ist dann einer von 41 ehrenamtlichen Mitgliedern des Gremiums.
gba

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, März 2015)
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