Das Land der Erleuchteten, Die Reise mit Vater

Zwei neue Kinofilme

Das Land der Erleuchteten
von Pieter-Jan de Pue

„Immer, wenn ein Afghane einen Bruder tötet, wird ein neuer Stern geboren. Bald wird die Nacht so hell sein wie der Tag. Eines Tages werden wir zusammen in die Nacht reisen und dem Tag sein Licht zurückbringen.“ Der Dokumentarfilm voller Poesie und zarter Musik zeigt die harte Realität Afghanistans: Kinder, die Minen entschärfen und dafür ihre Prothesenbeine abnehmen. Kinder, die Karawanen ausrauben, andere, die sie vor Räubern schützen. Kinder, die auf Mohnfeldern in der Opiumproduktion arbeiten. Amerikanische Soldaten, Gitarre spielend, bevor sie kurz darauf wieder Krieg spielen. Riesige Berglandschaften und Ebenen, in denen Karawanen laufen.
Unendliche Weite. Intensive Bilder, aus direkter Nähe auf 16mm gedreht. Sieben Jahre Afghanistan. Sehr wertvoll.

Die Reise mit Vater
von Anca Miruna Lăzărescu

Die wahre Geschichte der Regisseurin spielt 1968, dem Jahr des „Prager Frühlings“: Die sozialistische Tschechoslowakei unter Alexander Dubček bemüht sich um einen menschlicheren Sozialismus, aber die russischen Panzer zerschlagen gewaltsam diese Bestrebungen. In Rumänien zeigt sich Ceauşescu offen und erlaubt Reisen. So können die zwei ungleichen deutschrumänischen Brüder Mihai und Emil zusammen mit ihrem sterbenskranken Vater in die DDR reisen, damit dieser dort operiert wird. Plötzlich blockieren russische Panzer die Grenzen zurück in die CSSR, die Drei gelangen  von einem DDR-Auffanglager in die BRD und müssen sich dort der Frage stellen, ob sie die Freiheit im Westen oder die Liebe in Rumänien wählen.
Eine Geschichtsstunde, leider etwas langweilig umgesetzt.
Sophia von Waechter

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Dezember 2016)
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