Unsere Nachrichtenauslese

Aus Anlass des 70-jährigen Bestehens des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) wird Papst Franziskus nach Genf reisen. Der Besuch am 21. Juni „wird einen Höhepunkt der Feierlichkeiten des ökumenischen Erbes und der Erneuerung unseres Engagements darstellen“, so ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit bei einer Pressekonferenz. Der angekündigte Besuch sei eine Bekräftigung des ökumenischen Engagements der katholischen Kirche.

Österreich: Ein Plädoyer für eine differenzierte Islam-Debatte hielt der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Peter Schipka, bei einer Expertendiskussion zum Thema „Islamisierung Europas. Mythos oder Realität?“. Man solle zumindest zwischen statistisch-demografischen, kulturellen und religiösen Aspekten unterscheiden. Insgesamt sei der Begriff „Pluralisierung“ treffender und jenem der „Islamisierung“ vorzuziehen.

Kirche muss Gesellschaft verändern. Die katholische Kirche darf nach Meinung des Wiener Kardinals Christoph Schönborn trotz notwendiger Strukturreformen ihren gesellschaftlichen Auftrag nicht aus dem Blick verlieren. „Wenn geordnetes Schrumpfen alles ist, dann ist der Reformprozess für die Katz”, sagte er in einem Interview. Gerade für die Kirche gelte: „Wer sich nur selbst anschaut, strahlt nicht.“

Die Kirchen in Frankreich setzen sich gemeinsam für „humanitäre Korridore“ ein. Diese sollen Kriegsflüchtlingen Schutz gewähren und ihnen die Möglichkeit eröffnen, ihr Zielland auf sicheren Wegen zu erreichen, ohne die oft tödlichen Dienste von Schlepperorganisationen in Anspruch nehmen zu müssen. Das Projekt gründet auf einer 2016 in Italien begonnenen Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio.

Pakistan: Muslime und Christen gemeinsam für den Frieden. Am 23. März, dem Tag der Republik in Pakistan, haben Vertreter beider Religionen dieses Jahr gemeinsam für Frieden, Harmonie und Versöhnung in ihrem Land gebetet.  Die nationale Kommission für interreligiösen Austausch und Ökumene der katholischen Bischofskonferenz hatte die Zusammenkunft in Lahore organisiert.

Zentralafrika: Kardinal und Imam gemeinsam gegen Gewalt. In einer gemeinsamen Erklärung haben Kardinal Dieudonne Nzapalainga und Imam Oumar Kobine Layama die neue blutige Gewaltwelle in der Region Bambari im Süden des Landes verurteilt. Der Großteil des Landes, in dem seit 2012 Bürgerkrieg herrscht, wird von bewaffneten Gruppen kontrolliert, die um Macht und die Kontrolle des Rohstoffhandels konkurrieren.

Europa: Experten für 4. Ökumeneversammlung. Bei einer internationalen Konferenz „Europa – wohin?“ in Wien brachten viele Teilnehmer den Wunsch nach einer Fortsetzung der „Europäischen Ökumenischen Versammlungen“ zum Ausdruck. Angesichts des vorherrschenden Krisen-Diskurses in Sachen Europa sei die Kirche als „Ort des Dialogs“ gefordert. Bisher haben drei Europäische Ökumenische Versammlungen stattgefunden: 1989, 1997 und 2007.
www.pro-oriente.at/?site=ne20180320132616

Muslimische Verbände und Pax Christi gründen Friedensinitiative auf Bundesebene. „Gemeinsam treten wir dafür ein, dass alle Menschen ihre Religion in Freiheit und Würde ausüben können“, heißt es in einer in Köln veröffentlichten Erklärung der neuen Christlich-Muslimischen Friedensinitiative (CMFI). Sie versteht sich als Friedensnetzwerk der Religionen und will das gesellschaftliche Miteinander fördern.
www.paxchristi.de

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Mai/Juni 2018)
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