Ein buntes Netzwerk
Am 12. Mai wollen christliche Bewegungen und Gemeinschaften auf dem ganzen Kontinent ein Leuchtfeuer für Europa entzünden.
Ein geeintes und mannigfaltiges Europa, mit starkem sozialen Zusammenhalt und kultureller Vielfalt. – Ein Europa, in dem die Unterschiede nicht beängstigen und trennen, sondern zum Zeichen der Hoffnung werden. – Ein Europa in Geschwisterlichkeit, das offen ist für andere Kulturen und religiöse Traditionen. – Ein Europa, das selbst zur Friedensbotschaft wird, zur Brücke zwischen den Völkern. – Ein Europa, das sich nicht auf die aktuelle Europäische Union beschränkt. – Hehre Wünsche und leere Worte in einer Zeit, wo Europa mehr denn je in Frage gestellt ist? Nein! So zumindest die Überzeugung von 300 christlichen Bewegungen und Gemeinschaften unterschiedlicher Konfessionen aus ganz Europa. Gemeinsam sind sie seit 1999 unterwegs. Nach großen internationalen Kundgebungen in Stuttgart 2004 und 2007 und nationalen Begegnungen 2009 wollen sie nun am 12. Mai in 130 Städten auf dem gesamten Kontinent Farbe bekennen: Ein Zeichen der Hoffnung, der Solidarität und des Miteinanders soll es werden.
„Miteinander für Europa“ heißt das europaweite Netzwerk. Und die Knotenpunkte sind jene Städte und Orte, in denen die Bewegungen aus verschiedenen Kirchen schon zusammenarbeiten. Verantwortliche aus Politik und Gesellschaft möchten sie erreichen und sie in ihrem Engagement für Europa unterstützen. Eine der Veranstaltungen findet deshalb direkt in Brüssel, dem Hauptsitz der EU, statt. Dort, im Square Meeting Center, sind unter anderem EU-Ratspräsident Hermann Van Rompuy, der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio und italienischer Minister für internationale Zusammenarbeit und Integration, sowie der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, mit von der Partie.
Seit Monaten bereiten sich Gemeinschaften auf diesen Tag vor. Man trifft sich, bespricht die Programme und überlegt, ob und wie man an die Öffentlichkeit treten will. Vielerorts waren die Vorbereitungen eine Gelegenheit, mit anderen Kontakt aufzunehmen, das Netz weiter zu knüpfen, untereinander, aber auch nach außen. So haben Jugendliche in Österreich Politiker interviewt und bereiten die Gespräche für den 12. Mai medial auf. Eines der ersten Interviews führten die beiden jungen Österreicherinnen Lisa Hofer und Lisa Reitbrecht mit Othmar Karas, dem Vizepräsidenten des EU-Parlaments. Die beiden erzählten anschließend: „Othmar Karas outete sich als ein richtiger Europa-Fan und war als solcher total authentisch! Seine Antworten waren klar und verständlich. ‚Miteinander für Europa’ ist sein politisches und persönliches Programm und fängt – wie er auch sagte – bei jedem Einzelnen an. Der erste Schritt dahin: begeistert sein und andere anstecken!“
Eine Übersicht über alle geplanten Veranstaltungen von Irland bis Albanien, von Portugal, Malta bis nach Polen finden Sie unter www.together4europe.org.
Schweiz
In der Schweiz sind am 12. Mai zehn Städte dabei: Zürich, Basel, Bern, Baar, Gossau, Wattwil, Genf, Lausanne, Sion, Tesserete – alle Infos und die Flyer mit dem Programm finden sich unter: www.fokolar-bewegung.ch
In Baar möchten die Bewegungen sich zwischen 11.30 und 19 Uhr unter dem Motto „Von der Kappeler zur Baarer Milchsuppe – Wege der Versöhnung“ vorstellen. In Basel laden Gemeinschaften zwischen 10 und 16 Uhr in den Saal St. Joseph ein: „Gemeinsame Schritte zu mehr Gerechtigkeit“ wollen sie dabei aufzeigen und weitergehen. In Zürich geht es zwischen 15 und 20 Uhr im Zentrum für Migrationskirchen wie an vielen anderen Orten um die Geschichte des Miteinanders für Europa und die sieben Ja, die das gesellschaftliche Engagement der Gemeinschaften zum Ausdruck bringen.
Österreich
Innsbruck, Graz und Wien sind in Österreich mit Aktionen und Begegnungen vertreten: So laden die Bewegungen in Wien zwischen 13.30 und 18 Uhr zu einem Europafest auf den Stephansplatz ein. Unter freiem Himmel geht es dabei ab 14 Uhr mit Interviews, Tänzen und Musik um eine „Kultur des Lebens – Kultur des Gebens – Kultur des Friedens“. Ab 17 Uhr kann man im Stephansdom die Live-Übertragung aus Brüssel verfolgen.
Deutschland
26 Städte in Deutschland beteiligen sich, hinzu kommt eine Begegnung zwischen Deutschen und Polen in Breslau. Alle Programme auf der Homepage des Miteinanders: www.miteinander-wie-sonst.org/aktuelles.
Hier ein paar ausgewählte Beispiele:
Eine Veranstaltung zum Thema „JA zum Leben – Freude am Leben“ mit Ökumenischem Gottesdienst, Lebenszeugnissen und Übertragung aus Brüssel gibt es zwischen 13.30 und 18 Uhr in der Citykirche St. Nikolaus in Aachen. Geistliche Gemeinschaften in und um Dresden laden zwischen 15 bis 19 Uhr zu Begegnung und Information über das Miteinander ins St.-Benno-Gymnasium ein. In Leipzig trifft man sich zwischen 15 und 18.30 Uhr im Pavillon der Hoffnung auf dem Messegelände. An sieben Thementischen in der Münchner Innenstadt können sich zwischen 13 und 15.30 Uhr Passanten spielerisch und im Gespräch über den Beitrag der Bewegungen informieren. Zwischen 16 und 18.30 Uhr gibt es im Senatssaal des Bayerischen Landtags zunächst ein Podiumsgespräch mit Persönlichkeiten aus dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben und anschließend die Übertragung aus Brüssel. Mit einer La-Ola-Welle wollen die Bewegungen in Augsburg auf dem Rathausplatz um 14 Uhr ihre Unterstützung für ein solidarisches Europa zum Ausdruck bringen. Danach laden sie ab 15 Uhr ins Rathaus ein, wo es unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Kurt Gribl um „Augsburg – eine Stadt des Miteinanders“ und „das Miteinander für Europa“ geht. Nach der Übertragung aus Brüssel klingt der Abend im Unteren Fletz des Rathauses aus.
Jugend
In einigen Städten haben sich besonders die Jugendlichen der Gemeinschaften eingebracht: In Frankfurt werden sie bei einer Stadtrallye in Teams unterwegs sein und an verschiedenen Stationen Aufgaben zu Themen wie Leben, Umwelt, Friede und Familie bearbeiten. In Osnabrück starten sie um 15.30 zu einem einstündigen Staffellauf rund um den Dom, bevor sie sich dann die Übertragung aus Brüssel ansehen und den Tag bei einem gemeinsamen Grillfest ausklingen lassen. In Esslingen wollen sie bei einem Fair-Play-Turnier auf dem Rathausplatz Brücken bauen; bei der anschließenden Übertragung aus Brüssel wird auch der Oberbürgermeister dabei sein. In Schengen (Luxemburg) bildet ein internationaler Staffellauf den Abschluss des einwöchigen Weltfriedensforums.
Gabi Ballweg
(erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Mai 2012)
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