“Marley” – “Väter und andere Katastrophen”
“Monsieur Lazhar” – “Work Hard – Play Hard”: 4 Kinofilme
Monsieur Lazhar
von Philippe Falardeau
Der regimekritische Monsieur Lazhar verlor Frau und Kinder in Algerien und sucht Asyl in Kanada. Dort findet er Arbeit als Ersatzlehrer in einer Klasse, in der sich die Lehrerin vor den Augen ihrer Schüler erhängt hat. Der Algerier möchte, dass die Kinder ihren Gefühlen Raum geben dürfen. Das akzeptiert jedoch die Schulpsychologin nicht: Der Betrieb muss funktionieren. In sehr sensibler Weise geht es um Verlustbewältigung und Regeln in der Schule.
Start: D 12.4.; A 13.4.; CH angelaufen
Work Hard – Play Hard
von Carmen Losmann
Angsteinflößend, kalt und von ständiger Kontrolle überschattet gebärdet sich die heutige Arbeitswelt in diesem Dokumentarfilm: Designte Bar-Büros suggerieren Pseudo-Freiheit im Freizeitstil; modernste High-Tech erzwingt mobiles Arbeiten an jedem Ort; die Positiv-Sprache wirkt fremdgesteuert-manipulativ. Die „Tools“ der Mitarbeiterführung moderner Unternehmenskultur erscheinen futuristisch, sind aber Realität. Man sehnt sich nach Vertrauen, Entschleunigung und Verwurzelung.
Start: D 12.4.
Väter und andere Katastrophen
von Martin Valente
Chloé wird ihren Traummann heiraten. Weil sie ihren leiblichen Vater nie kennengelernt hat und sich für den Mann ihrer Mutter, einen Säufer, immer schämte, soll ein Schauspieler sie vor den Altar führen. Doch dann tauchen Chloés unbekannter Vater und der Tunichtgut Gustave auf. Liebevoll komödiantisch und mit viel Esprit ringt einem der Film ein Schmunzeln der Selbsterkenntnis ab: Wahres Glück gibt es nur, wenn man sich mit der Vergangenheit versöhnt.
Start: D 3.5.
Marley
von Kevin Macdonald
Bob Marley begeisterte kurz vor seinem Krebstod 1981 noch Tausende von Fans bei einer Europatour. Seine Musik gab ihm und vielen Menschen Kraft. Nie war sie nur Selbstzweck, sondern stets politisch und religiös, für Gott und gegen die Unterdrückung. Nur wenige wissen, dass er sich unter Lebensgefahr für den Ausgleich der rivalisierenden politischen Kräfte in Jamaica einsetzte. Der Film bringt wichtiges bisher unbekanntes Archivmaterial ans Licht.
Start: CH 10.5.; A + D 17.5.
Nina von Waechter
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Mai 2012)
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