8. April 2014

Ayo “Ticket To The World”, Emily Barker & The Red Clay Halo “Dear River” und Sting “The Last Ship”

Von nst1

Drei neue CDs

Ayo – „Ticket To The World”
Die 33-jährige, in Köln geborene Soul-Sängerin, Tochter eines Nigerianers und einer Deutsch-Rumänin, heißt mit vollem Namen Joy Olasumibo Ogunmakin. Ticket zur Welt – der Titel spielt auf ihre zahlreichen Reisen in Europa, USA, Afrika und die Karibik an, die ihre lebensfrohe Musik mitgeprägt haben. Mit ihrer außergewöhnlichen Stimme greift Ayo die wachsenden sozialen Ungerechtigkeiten auf und wechselt im Ausdruck zwischen Zerrissenheit und Power.

Emily Barker & The Red Clay Halo – „Dear River”
Gitarre, Mundharmonika, Akkordeon, Banjo, Piano, Flöte, Streichinstrumente – die lyrischen Balladen von Emily Barker sind abwechslungsreich instrumentiert. „Dear River“ ist das vierte Album, bei dem die aus Australien stammende Sängerin mit einem britischen Frauentrio zusammenarbeitet. Was ist Heimat? Barkers eigene Lebensgeschichte und ihr Bedürfnis, den Schicksalen anderer Menschen auf den Grund zu gehen, hat zu dem Zyklus von 15 gefühlvollen Songs geführt.
Clemens Behr

Sting – „The Last Ship“
Auf „The Last Ship” (2013) spürt Sting, legendärer Ex-Frontmann von „The Police”, den schwierigen Jahren seiner Kindheit in der englischen Hafenstadt Newcastle nach. Die nun verwaisten riesigen Werftanlagen künden vom Niedergang der einst blühenden Schiffsbauindustrie. Doch aus den ruinösen Hinterlassenschaften lässt Sting einen faszinierend vielstimmigen Resonanzraum entstehen, der den Menschen vergangener, vom Vergessen bedrohter Zeiten seine Reverenz erweist: In den 12 Songs der CD verweben sich unterschiedliche (Über-)Lebens-Geschichten und (musikalische) Temperamente zu einer atmosphärisch dichten Textur der Erinnerung, die im titelgebenden Leitmotiv des letzten, in See stechenden Schiffs geradezu endzeitlich-visionäre Züge annimmt. „The Last Ship” kündet so vom Ertrag dieser Suche nach der verlorenen Zeit in jenem einst heimatlichen Hafen: die unstillbare Sehnsucht nach dem Meer.
Herbert Lauenroth

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2014)
Ihre Meinung ist uns wichtig, schreiben Sie uns! Anschrift und E-Mail finden Sie unter Kontakt.
(c) Alle Rechte bei Verlag Neue Stadt, München