Her, Bekas
Zwei neue Kinofilme
HER
von SPIKE JONZE
Das Leben des introvertierten, frisch geschiedenen und einsamen Theodore Twombly ändert sich schlagartig, als er am Computer ein neues Operating System mit Spracherkennung und eigener Persönlichkeit ausprobiert: Die Chemie zwischen ihm und dem Computer stimmt sofort. Es entwickelt sich sogar eine Liebesbeziehung zwischen Theodore und „Samantha“, wie sich das Operating System nennt.
„Her“ ist ein Film, dessen Plot zunächst albern klingen mag. Aber die Frage, inwiefern Computer Menschlichkeit ersetzen oder erzeugen können, ist sehr aktuell, die Story ist schlüssig und die Figurenzeichnung sehr gelungen. Der Film regt zum Denken an, stellt viele unbeantwortete Fragen und hält einer Generation, in der Technik zunehmend zwischenmenschliche Kommunikation ersetzt, subtil den Spiegel vor.
Martin Parlasca
Start: CH + D 27.3.; A 28.3.
Bekas
von KARZAN KADER
Zwei kurdische Waisenkinder, die Brüder Zana (7) und Dana (10), leben auf der Straße eines Ortes im Nordirak. Vom Dach des Kinos erhaschen sie einen Blick auf „Superman“ und wollen nun unbedingt nach Amerika, der „Stadt ihrer Träume“. Schließlich können sie sich auf dem Rücken eines Esels namens „Michael Jackson“ auf den Weg machen. Die staubige, triste Straße zur Grenze birgt jedoch Hindernisse und Gefahren, die ihre Beziehung und ihren Durchhaltewillen auf eine harte Probe stellen.
Regisseur Karzan Kader floh als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Kurdistan. Seine Geschichte aus einem seit Jahren unruhigen Land ist komisch, spannend und realistisch zugleich. Mutmachender Film, mit überraschenden Wendungen, tiefen Dialogen und Einblicken in fremde Lebenswelten.
Start: D 10.4.
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, April 2014)
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