Respekt ist das Ziel
Neues jüdisches Festival in Erfurt will Zeichen für „Brüderlichkeit“ setzen.
Als bewussten Kontrapunkt zu den aktuellen Asyl- und Islamdebatten verstehen die Veranstalter die vom 27. August bis 6. September in Erfurt geplanten „ACHAVA-Festspiele“. „Kernpunkt ist der interreligiöse und interkulturelle Dialog“, so Martin Kranz, Intendant und Mitinitiator des Festivals, „der ausgeht von den Gedanken in den Schriften jüdischer Propheten des Alten Testaments. Sie bilden die Grundlage der jüdischen Ethik und der europäischen Werte. Das hebräische Wort ‚ACHAVA’ (Brüderlichkeit) ist dafür ein Schlüsselwort.“ Neben Konzerten haben auch Dialogveranstaltungen und Gottesdienste im Programm ihren Platz. „Der Respekt gegenüber dem Anderen ist das Ziel.“ Kranz gab gemeinsam mit Jascha Nemtsov den Anstoß zum Festival, für das Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, und Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, gemeinsam die Schirmherrschaft übernommen haben.
Der Ort wurde bewusst gewählt: Neben der Alten Synagoge in Erfurt – der ältesten erhaltenen Europas – befinden sich in Thüringen zahlreiche authentische Wirkungsorte Martin Luthers und der mitteldeutschen Reformation. „Luthers Antijudaismus, seine Skepsis gegenüber dem Islam und die erschreckende Aggressivität der religiösen und politischen Auseinandersetzungen im Christentum jener Zeit stellen eine Herausforderung und einen Ansporn dar, in der Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum ‚Luther 2017’ den interreligiösen Dialog zu stärken“, heißt es auf der Homepage:
achava-festspiele.de.
gba
(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Juni 2015)
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