Nett zu den Pferden
Eine Tafel für Tiere
Tafeln für bedürftige Menschen haben in den vergangenen Jahren immer mehr Zulauf. Viele, die dorthin kommen, haben auch ein Tier. Doch wenn das Geld schon für eigene Mahlzeiten fehlt, dann werden die Kosten für ein Haustier schnell zur Überforderung: Neben Futter sprengen vor allem Tierarztbesuche oft die finanziellen Möglichkeiten. „Zugleich ist das Tier für viele ein ganz wichtiger, auch emotionaler Bezugspunkt. Mit der Tiertafel wollen wir helfen, die Not zu lindern“, erläutert Tiertrainer Jens Anders, der die „Straßenwölfe“ ins Leben gerufen hat. Der gemeinnützige Verein betreibt in Halle an der Saale mit zehn Ehrenamtlichen diesen Anlaufpunkt „für Tiere von Menschen in besonderen Lebenslagen“.
„Tiere sind wichtige Sozialpartner für ihre Menschen. Gerade in Krisen oder schwierigen Lebensumständen geben sie Stabilität und Unterstützung“, erklärt die Psychologin Andrea Beetz. „Daher ist es durchaus nachvollziehbar, dass Menschen in besonderen Lebenslagen auch weiterhin ihr Tier behalten möchten – und es gut versorgen möchten. Denn es ist vielleicht noch eine der letzten stabilen Sozialbeziehungen, die diese Person hat.“
Die „Straßenwölfe“ nehmen Tiere auch übergangsweise in Obhut, wenn der Besitzer plötzlich ins Krankenhaus muss. „Oder eine Entziehungskur macht. Viele sagen da nämlich sonst: Kann ich nicht machen, kann meinen Hund nicht alleinlassen“, berichtet Jens Anders. Er sieht Mensch und Tier als ganzheitliches Team: „Beiden soll es gut gehen. Beide sind schließlich Gottesgeschöpfe.“
strassenwoelfe.de

Hund im Haus
Die Zahl der Haustiere nimmt weltweit zu – vor allem in Ländern mit wachsendem Wohlstand und unter den 25- bis 39-Jährigen. Hunde und Katzen sind überall auf der Welt die meistgehaltenen Haustiere. An der Spitze stehen die USA mit etwa 90 Millionen Hunden und 74 Millionen Katzen. Interessant zu sehen ist, wie weit die Zahl etwa an Hunden auf 1000 Einwohner auseinanderklafft: In Deutschland kommen 150 Hunde auf 1000 Einwohner. In der Schweiz sind es 61 und in Österreich 92.
Quelle: worldostats.com
Frei
„In einer perfekten Welt könnten alle Tiere frei leben, ihre Kinder aufziehen, ihren Bedürfnissen nachgehen und in einer für sie natürlichen Umgebung wohnen. Zahlreiche Tierarten wurden jedoch vom Menschen domestiziert – der damit nun auch die Verantwortung trägt, sich um die Tiere zu kümmern. Unsere tierischen Mitbewohner könnten auf sich allein gestellt in der Natur nur schwer überleben“, so die Tierschutzorganisation PETA. Die tierfreundlichste Entscheidung, ein Haustier zu finden, sei der Gang zum Tierheim oder einem anerkannten Tierschutzverein.
Quelle: peta.de

Tierschutz-Worte
Seien Sie nett zu den Pferden!
Die Freiheit ist so ein köstliches Gut.
Wie weh Gefangenschaft tut,
Merken wir erst, wenn wir eingesperrt werden.
Seien Sie lieb zu den Hunden!
Auch zu den scheinbar bösesten.
Kein Mensch kann in Ihren schlimmen Stunden
Sie so, wie ein Hund es kann, trösten.
Gehen Sie bei der Wanze
Aufs Ganze.
Doch lassen Sie krabbeln, bohren und graben
Getier, das Ihnen gar nichts entstellt.
Alle Tiere haben
Augen aus einer uns unbekannten Welt.
Kochen Sie die Forelle nicht
Vom Kaltwasser an lebendig!
Auch jeder Gegenstand hat sein Gesicht,
Außen wie inwendig.
Und nichts bleibt vergessen.
Die Ewigkeit, die Unendlichkeit
Hat noch kein Mensch ausgemessen,
Aber der Weg dorthin ist nicht weit.
Suchen Sie jedwede Kreatur
In ihr selbst zu begreifen.
Jedes Tier gehorcht seinem Herrn.
Sich selber nur
Dürfen Sie – und sollen es gern –
Grausam dressieren (die Eier schleifen).
Joachim Ringelnatz, 1928
Quelle: www.aphorismen.de
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Der Artikel oben ist erschienen in der NEUEN STADT, Juli/August 2025.
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