2030 soll keiner mehr Hunger leiden

Die UNO hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, Hunger auszumerzen. Unter dem englischen Schlagwort #ZeroHunger setzen sich weltweit Mädchen und Jungen dafür ein. Auch in der Schweiz.

Unsere erste Aktion in Zürich haben wir im März 2018 gestartet: Vor einem Supermarkt war ein Verkaufsstand aufgebaut mit Spielzeug, das wir nicht mehr brauchen. Auch Brötchen und Kuchen hatten wir gebacken. Plakate und Flyer zeigten, dass wir etwas gegen den Hunger in der Welt tun wollen. Wir haben auch Leute direkt angesprochen. Zwei Familien, die vorbeikamen, haben spontan gut erhaltene Spielsachen geholt, damit wir sie auch verkaufen. Wir konnten über 800 Franken weitergeben, um hungernden Menschen zu helfen.
2017 war die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO in Rom, auf die Jungen und Mädchen der Fokolar-Bewegung zugekommen, zu denen wir gehören. Ihre Vertreter haben erzählt, wie lange sie schon versuchen, über Politiker und Entscheidungsträger den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Bewusstsein und Lebensstil müssten sich ändern, am besten schon bei Kindern und Jugendlichen. Die FAO traut unserer Generation zu, die erste zu sein, die den Hunger ausmerzt – bis zum Jahr 2030! Das ist eins von 17 Zielen der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung. Wir finden es toll! Denn wir können nicht mitansehen, wie Menschen Hunger leiden. Wir haben eine Riesen-Auswahl und andere haben nichts. Das ist ungerecht!
In Bern haben wir letzten Sommer eine Stadtrallye veranstaltet. 80 bis 90 Personen trafen sich auf der Bundesterrasse. Sie wurden in Gruppen aufgeteilt, die dann einen Parcours mit Quizfragen über Unterernährung und Verschwendung durchlaufen mussten. Zum Schluss haben alle miteinander gegessen.
Durch die Beschäftigung mit dem Thema haben wir viel gelernt: Es gäbe genug Nahrung für alle, aber sie ist ungleich verteilt. Oft sind Kriege oder die Politik die Ursache. Wir schauen jetzt in unseren Familien, dass wir Dinge kaufen, die mit gerechten Löhnen hergestellt werden, auch saisonale und regionale Produkte, und dass wir weniger wegwerfen.
Die meisten Erwachsenen glauben nicht, dass der Hunger bis 2030 auszurotten ist. Wenn alle von vornherein sagen, es wird nichts, kann sich auch nichts ändern. Vielleicht dauert es länger. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf! Es braucht kleine Schritte. Eine von uns hat bei einem Gottesdienst von unserem Einsatz erzählt und bekam die Kollekte dafür. Wir unterstützen vor allem ein Projekt in Venezuela und haben auch Kontakt dorthin. Wenn man sieht, was wir dort bewegen können, macht das Mut!
Wir haben noch viele Ideen: einige Tage auf der Straße leben, um uns in Obdachlose einzufühlen; ein Konzert oder Theater zum Thema aufführen; über eine Webseite oder Youtube von unseren Aktionen erzählen. – In Bern haben wir entdeckt, wie viele Initiativen es schon in der eigenen Stadt gibt: öffentliche Kühlschränke, wo man Lebensmittel ablegen kann, die man zu viel hat, und wo andere, die zu wenig haben, sich bedienen können. Oder Läden, die Brot vom Vortag günstig verkaufen und es nicht wegwerfen. Wir ermutigen alle, in irgendeiner Form mitzumachen!
Wir haben noch viele Ideen: einige Tage auf der Straße leben, um uns in Obdachlose einzufühlen; ein Konzert oder Theater zum Thema aufführen; über eine Webseite oder Youtube von unseren Aktionen erzählen. – In Bern haben wir entdeckt, wie viele Initiativen es schon in der eigenen Stadt gibt: öffentliche Kühlschränke, wo man Lebensmittel ablegen kann, die man zu viel hat, und wo andere, die zu wenig haben, sich bedienen können. Oder Läden, die Brot vom Vortag günstig verkaufen und es nicht wegwerfen. Wir ermutigen alle, in irgendeiner Form mitzumachen!

Gioia Maria Gosatti, 13, aus Präz/ Graubünden, sowie Romina, 11, und Jessica Berger, 13, aus Staufen/Aargau treffen sich regelmäßig mit anderen Mädchen in Zürich. Seit Anfang 2018 fragen sie sich, was sie gegen den Hunger in der Welt tun können, und setzen ihre Ideen gemeinsam um. Mit demselben Ziel hat auch Julien Rovere, 15, mit einer Gruppe von Jugendlichen in Bern einiges auf die Beine gestellt.

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, März/April 2019)
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