Durch dick und dünn

Freunde fördern die Gesundheit

Immer wieder werden Studien veröffentlicht, die das offenbar belegen. Freunde stärken das Selbstwertgefühl; der Eindruck, für andere Personen eine wichtige Rolle zu spielen, vermittelt Lebenssinn. Ihr emotionaler Beistand in Krisen bietet Schutz: In Prüfungen werden weniger Stresshormone ausgeschüttet. Je stärker unser soziales Umfeld uns auffängt, desto besser kommen wir mit Krankheiten, Unfällen oder traumatischen Erlebnissen zurecht. Das Risiko für Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt. Einsamkeit dagegen kann Seele, Psyche und Körper beeinträchtigen.
Freunde können mehr als die eigenen Kinder oder Verwandte lebensverlängernd wirken. Vorausgesetzt, die Beziehungen sind vertrauensvoll und gleichberechtigt und keine reinen Zweckbündnisse ohne Tiefgang. Grund für eine Verlängerung der Lebenserwartung könnte sein, dass man sich Freunde selbst aussuchen kann.
Besonders in der Jugend und im Alter können Freundschaften die Abwehrkräfte erhöhen. Dann sollen auch mehr Freunde guttun, während in der Lebensmitte eher die Qualität der Freundschaften zählt. Einer US-amerikanischen Studie zufolge wirkt sich die Zahl der Freunde in der Pubertät auf die Entwicklung der Gesundheit im gesamten Leben aus. Wer früh viele Freundschaften aufbauen kann, findet auch später leichter neue Freunde.

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Mit so vielen Menschen kann eine Person soziale Beziehungen pflegen, ohne überfordert zu sein. Diese „Dunbar-Zahl“ geht auf Studien des britischen Psychologen Robert Dunbar zurück. Sie betrifft die Anzahl von Kontakten, die das menschliche Gehirn im Durchschnitt koordinieren kann – von denen wir Namen und wesentliche Beziehungen untereinander kennen können. Im Einzelfall kann sie zwischen 100 und 250 schwanken.

Wahre und falsche Freunde
Ein wahrer Freund erweist sich in der Not, heißt es. Die Internetseite karrierebibel.de unterscheidet beim Stichwort Freundschaft wahre und falsche Freunde.
Falsche Freunde, heißt es zum Beispiel,melden sich nur, wenn sie etwas wollen; nutzen Hilfsbereitschaft aus; müssen immer Recht behalten; sind neidisch auf dein Leben und reden es gern klein; unterstreichen ständig deine Unzulänglichkeiten; setzen unter Druck, wenn man nicht übereinstimmt; orientieren sich an Mehrheiten und am eigenen Vorteil; sind eifersüchtig, wenn sie nicht die Besseren sind.
Wahre Freunde dagegen spüren unter anderem, wenn es einem nicht gut geht, und sind für einen da; akzeptieren einen mit allen Macken; akzeptieren, dass man auch mal Zeit für sich braucht; bleiben auch nach dem Streit; geben Halt und sind Ruhepol; rufen an, einfach weil sie dich vermissen; stehen dir zur Seite, auch wenn sie dich nicht verstehen; freuen sich über Erfolge mit.

(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, Mai/Juni 2019)
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