Zölle
US-Präsident Donald Trump gestaltet seine Außenhandelspolitik maßgeblich
über Zölle. Was sind Zölle und welche Wirkung haben sie?
Was sind Zölle?
Zölle sind Abgaben auf Waren, die beim Transport von einem Territorium über eine Grenze in ein anderes erhoben werden. Sie sind Steuern, die dem Staat oder Herrscher für ihre Einfuhr, Durchfuhr („Transit“) oder Ausfuhr zu zahlen sind. Wenn es um Einfuhr geht, werden sie auch Schutzzölle genannt. Früher nannte man auch die Abgabe für die Benutzung bestimmter Straßen oder Brücken Zoll; dafür ist heute der Begriff Maut üblich.
Wozu dienen sie?
Zölle gehören zu den ältesten Abgaben an einen Staat oder Herrscher, der Einnahmequellen braucht, um das Land regieren und verwalten zu können; es gab sie schon vor mehr als 2000 Jahren. Im 19. Jahrhundert begann man, Zölle einzusetzen, um den Handel zu kontrollieren und eigene Märkte vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Wie die US-Politik der letzten Zeit zeigt, können Zölle auch als politisches Druckmittel verwendet werden, um Zugeständnisse zu erzwingen und eigene Interessen durchzusetzen.
Wie machten sich die Nachteile von Zöllen bemerkbar?
Durch die Kleinteiligkeit der Herrschaftsgebiete im Mittelalter, die alle Zoll erhoben, wurde der Handel mit zunehmender Länge der Transportstrecke immer teurer. Damit stiegen die Preise der Güter stark an, weil die Händler ihre Kosten für den Zoll auf den Warenpreis aufschlugen. Das schaffte Anreize, den Zoll zu umgehen: Der Schmuggel blühte.
Wie werden Zölle erhoben?
Zölle können sich prozentual am Wert, aber auch an Gewicht, Menge oder Volumen der Ware bemessen. Sie werden von der Zollbehörde eines Staates erhoben. Zollbehörden überwachen zum Schutz der Wirtschaft sowie der Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem die Einhaltung der Ex- und Importgesetze und helfen bei der Bekämpfung organisierter Kriminalität. Während die Schweiz vor allem an den Grenzen verzollt, sind andere Zollbehörden auch an zentralen Knotenpunkten des Güterverkehrs und mobil tätig.
Wie kam es, dass Zölle lange Zeit an Bedeutung verloren hatten?
1834 begannen die damaligen deutschen Staaten, sich im Zollverein zusammenzuschließen, um Binnenzölle abzuschaffen und Regeln zu vereinheitlichen. Das trug zum Wirtschaftswachstum und zur Gründung des Nationalstaates bei. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Zölle innerhalb Europas – und durch das „Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen“ (GATT) auch weltweit – nach und nach abgebaut. Vierzig Handelsbündnisse gibt es heute international, die niedrige Zölle haben oder Freihandelszonen ohne Zölle darstellen. Freihandelszonen, Zollunionen und allgemein der Abbau von Zöllen verfolgen das Ziel, Handelshemmnisse zu verringern, grenzüberschreitenden Handel zu erleichtern und damit wirtschaftliches Wachstum zu fördern.
Clemens Behr
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Der Artikel oben ist erschienen in der NEUEN STADT, Mai/Juni 2026.
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