19. August 2026

Passiert

Von nst5

Aus dem Leben mit dem Wort

Ein Verein, der sich um Menschen mit Behinderung kümmert, organisierte einen Urlaub in San Bernardino. Die Vorsitzende, die ich schon seit Jahren kenne, schlug mir vor: „Warum schickst du Benedetta nicht mit uns mit?“ Der Vorschlag war verlockend, aber war die Unterkunft für Rollstuhlfahrer wie meine Tochter geeignet? Nach einer Besichtigung vor Ort schien es so zu sein. Außerdem hatte sich unsere Freundin als Begleiterin angeboten. Benedetta war begeistert. Ich konnte es kaum glauben. Trotzdem blieb eine Restsorge, auch als die beiden starteten. Ich legte bewusst alles in die Hände Jesu. Die ersten Nachrichten von beiden waren beruhigend und bei der Rückkehr erkannte ich meine Tochter kaum wieder: Sie war entspannt und überglücklich. Dankbar erkannte ich die Großzügigkeit Gottes!
M.B., Schweiz

Illustration: (c) FrankRamspott (iStock)

Bei einer Arbeit im Haus hatte ich mir an der linken Hand eine tiefe Schnittwunde zugefügt. Während ich versuchte, die Blutung zu stillen, sah unser sechsjähriger Enkel, der an diesem Tag zu Besuch war, interessiert zu: „Tut das sehr weh, Opa?“ Ich beruhigte ihn. Um mich zu trösten, gab er mir ein Bonbon! Kurz darauf: „Willst du noch ein Bonbon, Opa? Das wird dir guttun.“ Nach dem Nähen, Verbinden und Anlegen einer Schiene im Krankenhaus kam er mir bei meiner Rückkehr entgegen: „Opa, wie geht es dir jetzt? Vielleicht täte dir ein Kaffee gut.“ – „Danke, nach dem Mittagessen gern.“ Meine Frau hatte Würstchen zubereitet, die er so gerne mag. Nachdem er seines gegessen hatte, nahm er ein weiteres vom Servierteller, schnitt es durch und legte es, ohne etwas zu sagen, auf meinen Teller. Nach diesen Aufmerksamkeiten, die er mit so rührender Einfachheit gelebt hatte, erinnerte ich mich daran, dass Jesus uns gerade die Kinder als Vorbild gegeben hat.
G.C., Italien

Der vergangene Monat war im wahrsten Sinne des Wortes einer voller „Leidenschaft“. Mein Streben, immer selbstständig sein zu wollen, hat einen großen Dämpfer bekommen. Nach einer Operation war das Knie geschwollen, und der Arzt hatte unmissverständlich gesagt: Ruhe und Eis. Ich erlebte mich „klein“, abhängig von anderen, egal ob wegen eines Glases Wasser oder einer Mitfahrgelegenheit. Doch gerade in dieser Gebrechlichkeit habe ich den Schatz der Priestergemeinschaft, in der ich lebe, wiederentdeckt. Ich habe verstanden, dass Brüderlichkeit nicht nur gemeinsam essen bedeutet, sondern auch vertrauensvoll zu sagen: „Ich brauche dich.“ Dann ist die Abhängigkeit von anderen keine Niederlage, sondern Zeichen unserer Menschlichkeit.
P.G., Italien

Ich war besonders beeindruckt, als ich den Satz im Evangelium hörte: „Wenn du deine Gabe auf den Altar legst und dir dort einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder …“. Tatsächlich gab es eine Frau, auf die ich nicht gut zu sprechen war. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und ging zu ihr. Sie hörte mir aber nicht zu, sondern schickte mich schimpfend weg. Ich war entmutigt, wusste nicht, was ich tun sollte. Unterdessen hatte mein Sohn einen Brief von einem Bekannten erhalten, der sich wegen eines kleinen Missverständnisses entschuldigen wollte. Das überraschte mich: Erstens, weil mein Sohn noch nicht lesen kann, weshalb ich ihm den Brief vorlesen musste; zweitens, weil sich ein Erwachsener so ernsthaft entschuldigte. Das gab mir den Anstoß, dieser Frau zu schreiben und sie um Verzeihung zu bitten. Tage später erhielt ich ihren Anruf: „Verzeih du mir!“
H.B., Deutschland

Mein Vater hatte mich von der Schule abgeholt. Wir wollten in den Park gehen, um zu spielen. Er hatte auch etwas zum Trinken und Hähnchen zum Essen mitgebracht. Als wir uns hinsetzten, sah ich in der Nähe eine Frau, die um Hilfe bat. Sie war arm, aber alle gingen vorbei, und niemand gab ihr etwas. Sie tat mir leid. So habe ich ihr einen Teil meines Hähnchens gebracht, auch mein Getränk und ein paar Münzen, die ich in der Tasche hatte. Ich war sehr froh, dass ich ihr helfen konnte, und ich denke, auch Jesus hat sich gefreut.
Christina, 7 Jahre, Frankreich

In meiner Klasse habe ich viele Freundinnen. Aber es gibt auch einige, die nicht so freundlich sind. Einmal kam eine von ihnen ins Klassenzimmer und hat mich dabei umgestoßen. Ich habe mich am Stuhl verletzt. Ich war wütend auf sie. Danach habe ich nicht mehr mit ihr gesprochen. Aber als ich einmal den „Würfel der Liebe“ geworfen habe, stand da „den Feind lieben“. Sollte ich wirklich Frieden mit ihr schließen? Es war schwer. Aber am nächsten Tag bin ich direkt morgens zu ihr gegangen und wir haben wieder miteinander gesprochen.
Zaira, 8 Jahre, Pakistan

Im Sommer bin ich oft ein paar Tage bei meinen Großeltern. Einmal sind wir spazieren gegangen und sie haben mir ein Eis gekauft. Zum Essen haben sich meine Großeltern auf eine Bank gesetzt und ich mich auf eine höhere Mauer daneben. Als ich anfangen wollte, das Eis zu essen, stand ein kleiner Junge vor mir. Er sah arm aus und schaute mich und mein Eis an. Erst wollte ich ihn wegschicken. Aber dann habe ich mich an eine Zeichnung mit Jesus erinnert, als er sagte: „Das hast du mir getan.“ Da habe ich dem Jungen das Eis geschenkt. Er war sehr froh. Und auch ich fühlte mich sehr leicht; ich hatte Jesus ein Geschenk gemacht.
Marco, 8 Jahre, Italien


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Der Artikel oben ist erschienen in der NEUEN STADT, Juli/August 2026.
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