Neue – soziale ? – Medien

Facebook, Twitter, WhatsApp, Instagram, Snapchat und wie sie alle heißen bieten die Chance, mit vielen Freunden in Kontakt zu bleiben.

Manchmal verleiten sie aber auch zu emotionalen Schnellschüssen, aggressiver Sprache, Einigelung unter Leuten gleicher Einstellung. Wie kann ich mich davor schützen? Wie die sozialen Medien gut nutzen? Lassen sich darüber echte Beziehungen pflegen?

Matteo Amberg
Schüler, 16, Mannheim
Soziale Medien sind ein wichtiger Bestandteil meines täglichen Lebens. Sie helfen mir, in Kontakt mit der Welt zu treten und mich vom Stress abzulenken, wenn ich mich entspannen möchte. Ich nutze Instagram, WhatsApp und ein wenig Snapchat hauptsächlich, um das Tagesgeschehen meiner Freunde zu verfolgen. Dabei ist mir der Datenschutz sehr wichtig, denn das ist der gefährlichste Punkt. Über Snapchat kann man leicht geortet werden. Deshalb schalte ich dabei die Ortungsdienste aus. Auf Fotos bin ich ungern selbst zu sehen; es kann schnell peinlich werden. Daher überlege ich mir bei Instagram immer zweimal, ob ich ein Bild poste. Dennoch benutze ich beide Medien sehr gerne, um lustige Bilder mit meinen Freunden zu teilen oder schnell an Neuigkeiten aus aller Welt zu kommen.
Gerade WhatsApp hat für mich einen großen Nutzen: Ich kann mit meinen Freunden schnell und einfach kommunizieren, Treffen abmachen, Hausaufgaben erklären, um Rat fragen oder selber Rat geben. Hatte ich mit jemandem schon länger keinen Kontakt mehr, können wir kurz einige Nachrichten austauschen und fühlen uns gleich wieder stark miteinander verbunden, egal wo auf der Erde er sich befindet. Aus diesen Gründen verbringe ich viel Zeit auf diesen Plattformen und sehe soziale Medien als sehr hilfreich an.

Gertrude Pühringer
Lehrkraft Wirtschaftsfächer, Engerwitzdorf/Linz
Lange hatte ich mich gegen Smartphones gewehrt, bis wir unserem ältesten Sohn zum elften Geburtstag eines schenkten. Er hatte als Einziger seiner Klasse keines. Als mein Mann und ich mitbekamen, dass er ohne WhatsApp Treffen mit seinen neuen Schulkollegen verpasste, beschlossen wir, dass er das Netzwerk nutzen durfte. Um diese Welt kennenzulernen, kaufte auch ich mir ein Smartphone und trat WhatsApp bei. Inzwischen sind zwei weitere Söhne über elf und haben Mobiltelefone.
Erfahrungen anderer zeigen: Es ist besser, den Kindern einen guten Umgang mit sozialen Medien beizubringen und vorzuleben, als sie ganz zu verbieten. Denn das kann unkontrollierten Gebrauch bewirken. Wir haben Regeln, die einzuhalten wir immer neu einfordern: Beim Essen sind Handys tabu; über Nacht müssen sie in der Küche bleiben. Gerade am Anfang habe ich WhatsApp-Nachrichten der Kinder gelesen und mit ihnen darüber gesprochen. Wollen sie einem neuen Medium beitreten, müssen sie um Erlaubnis bitten. Die älteren frage ich ab und zu, was sie bei Instagram und Snapchat machen und sehen können.
Ich finde es enorm, welch große Vorteile, aber auch Gefahren die neuen Medien mit sich bringen! Es gilt zu lernen, sie klug und umsichtig zu nutzen und über das Wie immer wieder ins Gespräch zu kommen.

Nina Schreiber
Psychologie-Studentin, Umeå, Schweden
Gerade jetzt während meines Auslandsemesters in Schweden bin ich besonders dankbar für die sozialen Medien. WhatsApp, Skype und Co ermöglichen es mir, mit Familie und Freunden daheim Nachrichten, Bilder und Videos auszutauschen. Das schafft Verbundenheit, aber auch Probleme: Leicht führen schnell verschickte Nachrichten zu Missverständnissen, kurze Antworten zu Frustration, oder wir haben das Gefühl, uns nur oberflächlich und unpersönlich auszutauschen.
Um Missverständnissen vorzubeugen, gilt daher insbesondere für geschriebene Sprache: Präzise und sensibel formulieren und nachfragen, damit unsere Nachrichten so verstanden werden, wie wir es auch gemeint haben. Nicht umsonst wurden Smileys und die sogenannten „Emoticons“ erfunden, um die fehlende Mimik in der Schriftsprache zu ersetzen.
Außerdem sollten wir uns bewusst machen, dass uns die Medien immer nur einen kleinen Ausschnitt der Realität zeigen können. Wenn wir wirklich verstehen wollen, was bei der anderen Seite los ist, gilt es zu hinter- und nachzufragen. Damit können wir umso mehr unserem Gegenüber zeigen, dass er oder sie uns wichtig ist, auch wenn wir gerade nicht persönlich anwesend sein können.

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(Erschienen in der gedruckten Neuen Stadt, März/April 2020)
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